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Jeden Monat wird hier eine ausgewählte Arbeit von Mana Binz vorgestellt und beschrieben. Erfahren Sie etwas über die Entstehungsgeschichte und über Hintergründe zum Kunstwerk.....






Ich versuche es immer wieder: das scheinbar Unmögliche. Ich wage es für die Kunst, denn alles andere war bereits da.
Was wäre das für eine wundervolle Welt, wenn alle das Unmögliche immer wieder versuchen…
Eine mutiges, kunstsinniges Ostern 2014!
Meine guten Wünsche und Gedanken!
Mana Binz




DER JAHRESENGEL 2013
"Hallelujah - Engel"

Mana Binz - Dezember 2013




Hallelujah - Engel

Mana Binz: „Den Jahresengel 2013 habe ich Hallelujah – Engel genannt, aus dem tiefen Gefühl heraus, dass allein ein Hallelujah am Ende des Lebens übrigbleibt. Hallelujah kommt aus dem Hebräischen und bedeutet: Lobt Jah! Jah steht für JAHWEH, für den Namen Gottes sowohl im alten wie auch im neuen Testament. Es ist die Lobpreisung des Schöpfergottes.

Wenn ich an Hallelujah denke, dann ist das auch ein warmes Gefühl. Mir kommt das Hallelujah - Lied von Leonhard Cohen in den Sinn. Es ist eines von Cohens bekanntesten Stücken. Es existieren zahlreiche Coverversionen anderer Musiker, die in vielen Filmen verwendet wurden. Der Text der ursprünglichen Version von Various Positions beginnt mit Verweisen auf den König David und soll eine Melodie spiegeln, die der König David auf der Harfe für Gott spielte. In der Live-Version fehlen die expliziten Bibelverweise. Doch in der letzten Strophe wurde in leicht veränderter Formulierung übernommen: “I'll stand before the Lord of Song / With nothing on my tongue but Hallelujah” (hier mit: “I'll stand right here before the Lord of Song / With nothing on my lips but Hallelujah”).

Cohen veränderte live ständig seinen Songtext, doch immer war es eine Lobpreisung, nicht nur ein Hallelujah im religiösen Sinn. Die Geschichten von David und Bethesa und Samson und Delilah werden in der für Cohen typischen Art miteinander verwoben. Die Dualität von Mann und Frau vermischen sich so in einer spirituellen Ebene, um sich - wie stets bei Cohen - in Harmonie aufzulösen. Ja! Es gibt viele Arten von Hallelujah!

„Ehre den Herrn!“ ist auch die Lobpreisung des Leben generell, mit Inbrunst, Gefühl und Ekstase. Das gesamte Leben als Schöpfungskunstwerk mit der Dualität von Mann und Frau! Auch wenn man vieles nicht versteht, wie z.B. alle Naturkatastrophen, dann bleibt der Lobgesang auf die Liebe und die Schöpfung. Doch was tun wir? Aufgefordert sie uns untertan zu machen, zerstören wir sie immer weiter.

Deshalb steht mein Hallelujah – Engel in direkter Nachfolge zum Schutzengel, der uns wieder die Kindheit und Unschuld vor Augen führt und uns die Fürsorge Gottes versichert: "Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen".

Mit dem Verkündigungsengel Gabriel, dem Jahresengel 2011, konnte jetzt in 2013 die Engelsfamilie auf ein glattes Dutzend, also auf insgesamt 12 Engelswesen heranwachsen. Während die ersten 7 Engel zarte Lichtwesen sind, ist der Zuwachs der Engelsfamilie seit 2009 durch drei starke Engelstypen gekennzeichnet: Raphael, Seraphiel und Gabriel. Alle Drei können den Menschen in Zeiten zunehmender Beschleunigung unterstützen beim bewussten Wahrnehmen, beim Wahrnehmen von Zeit, beim Erkennen der Veränderungen im Mikro- und Makrokosmos. Sie richten unseren Blick auf das Wesentliche, geben Orientierung bei mannigfaltigen Verunsicherungen.

Mit dem Schutzengel kam der Aspekt der Kindheit in die Engelsfamilie. Mit dem Hallelujah – Engel möchte ich eine besondere Poesie in die Engelschar bringen. Das Menschliche und Allzu Menschliche wird in einer innigen, spirituellen Ebene angesprochen und in den Reigen der Engel eingebunden.

Frei nach dem Songtext von Leonard Cohen:

Ich tat mein Bestes, viel war es nicht.
Ich fühlte nichts, also suchte ich Nähe.
Das ist wahr, ich mach’ Dir nichts vor
Und auch wenn alles schief ging
Einst stehe ich vor dem Herrn der Lieder
Mit nichts auf den Lippen als Hallelujah.

I did my best, it wasn’t much
I couldn’t feel, so I tried to much
I’ve told the truth, I didn’t come to fool you
And even though it all went wrong
I’ll stand before the Lord of Song
With nothing on my tongue but Hallelujah


Lieser, 1. Dezember 2013 - Mana Binz




Kunst- und Kulturprojekt
WELTEN IM WEIN

Auf 72 Stelen angewachsen




Das Kunst- und Kulturprojekt WELTEN IM WEIN von Mana Binz steht kurz vor Fertigstellung. Derzeit werden 72 Stelen, die sich mit allen Facetten des Weins auseinandersetzen, in den Werkstatt und Atelierräumen fotografiert. Gleichzeitig wird die Dokumentation über die Entstehung des Werks fortgeschrieben und redigiert.

Im Atelier herrscht kreatives Chaos!
Foto: Claudia Szellas

>> » Mana-Binz-Blog: WELTEN IM WEIN im November 2013




Abschluss-Veranstaltungen der "ELEPHANT-PARADE 2013" in Trier!



Es ist Ende Oktober 2013. Die Elephant Parade verlässt mit einem finanziellen Rekordergebnis von > 750. 000 EUR Luxemburg und Brüssel. Die Elefanten waren eine große Bereicherung in beiden Städten. Alle Künstler haben mit hohem persönlichen Zeit- und finanziellem Aufwand dazu beigetragen. Die individuelle Bewertung der Künstler mag unterschiedlich aussehen, denn auch bei guten Versteigerungsergebnissen bleibt bei 15% vom jeweiligen Erlös für den einzelnen Künstler wenig über. Doch das hat jeder von Anfang an gewusst und akzeptiert! So bleibt viel Positives: Die wunderbare Erkenntnis, dass Künstler gute Ergebnisse erzielen, wenn sie es schaffen, ein Lächeln in die Gesichter der Menschen zu zaubern. Künstler können und dürfen Menschen glücklicher machen! Nur so können sie auch zum Erfolg im Stadtmarketing beitragen.

Und mal ganz ehrlich: Hat diese Aktion nicht auch bestätigt, dass man gemeinsam stark sein kann? Abseits des Kunstmarktes wird finanzieller Erfolg erzielt: Dies sind zumeist Aktionen, die Schönheit, Kuriosität, Humor, Witz und Charme zeigen. Oft scheinen wir Künstler uns im Ringen um künstlerische Anerkennung in Hässlichkeit zu verbiegen. Für wen machen wir das? Kunst erschaffen wir für alle Menschen, für große und kleine Menschen, aus unterschiedlichsten Nationen und mit unterschiedlicher Hautfarbe. Wir erschaffen Kunstwerke für Kunstkenner und Menschen, die im Leben wenig Berührung mit Kunst haben, für große und schmale Geldbeutel.

So zeigt uns diese Aktion deutlich, dass vieles abseits des Kunstmarktes möglich ist und wie wichtig dabei Authentizität des Einzelnen und Gruppenstärke ist. Großes entsteht durch das Engagement vieler Einzelner und durch Gruppendynamik. Viele der Künstler konnten sich kennen lernen, Positionen und Gedanken austauschen. Wer weiß? Vielleicht erwachsen hieraus abseits kleinlichen Künstlerneids frische eigene Ideen und vielleicht sogar die Kraft für eine nächste gemeinsame Aktion?

Gute Kunst, neuen Mut und viel Glück allen Beteiligten!

Von Herzen

Mana Binz



Zum Abschied möchte mit leisem Servus hier auch mein Elefant grüßen.
THE KING – From Royalblue to Waterblue:
„Es waren schöne Zeiten vor dem Theater in Trier. Wie das Theater konnte ich ein Lächeln in die Gesichter und in viele Herzen zaubern. Jetzt bin ich zu meinem Sponsor in den Trierer Hafen unterwegs.
Behaltet mich im Herzen!
Ob wir uns mal wiedersehen?
Adieu! Lebt wohl! Viel Glück Euch allen! Danke!“




Werk des Monats September 2013: Dach-Skulptur WINDSBRAUT

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WINDSBRAUT
Mana Binz








Die Silhouette der Schieferdächer der Kulturwerkstatt Paulushof ist geprägt von den drei großen Dachskulpturen von Mana Binz. Wie immer in der Kunst von Mana Binz herrscht auch hier Bewegung. Die Dachskulpturen aus massivem Stahl sind als Wetterfahnen ausgelegt und zeigen die Windbewegungen an. Mit „nur“ ca. 250 cm ist die WINDSBRAUT aus bemaltem Stahl die kleinere Skulptur.

Die großen Dachskulpturen und Wetterfahnen von Mana Binz bewegen sich leicht und frei gegen den Himmel. Diese Windsbraut jedoch sitzt auf dem kleinen Dach des „Hexenhauses“, dem ehemaligen Kutscherhäuschen des Anwesens passend zur Bedeutung des Wortes „Windsbraut“. Dieses Wort beschreibt laut Duden einen heftig brausenden Wind, einen Wirbelwind. Im Mitteldeutschen lautet das Wort „Windesbrut“. Die Braut ist die Geliebte des Windes. Offenbar wurde im Volksglauben der Wirbelwind als weibliches Wesen aufgefasst, ein Elementargeist vergleichbar mit einer Person vor allem weiblichen Geschlechts mit ungestümem, wildem Wesen…

Die Windsbraut von Mana Binz hat spitze Brüste, weibliche Waffen. Der Wind verfängt sich in der wilden Haarmähne. So bewegt sich ihr Oberkörper scheinbar schwerelos leicht und geschwind im Wind, obgleich das niedrige Häuschen scheinbar windgeschützt inmitten des Ortskerns liegt. Das Häuschen wirkt so friedlich und liegt im Schutz der Kirche. Doch hier wehen ganz besondere Winde. Ein bewegtes Wesen hat alles so richtig „durchgeblasen“ und seinen Geist ausgebreitet, auf den Kern des Weinortes, auf Haus und Hof. Auch im Innern des Gebäudes wirkt ein künstlerischer Geist konzentriert und wachsam - wie der Wind in ständiger Bewegung, bereit für Aufbruch und Veränderung.

Mana Binz: „Dachskulpturen und Wetterfahnen verleihen den Häusern Spannung und Individualität. Die Dächer sind ideale Standorte, weil hier die Dreidimensionalität zu einer neuen Sichtweise führt. Dachskulpturen treten in Interaktion mit dem Himmel, den Wolkenbildern und den Dachlandschaften. Sie erschaffen im urbanen und im ländlichen Raum neue Perspektiven. Sie können Zitaten der Bewohner nach Außen kommunizieren und die Individualität der Häuser herausstellen. Neben Augenschmaus bringen Dachskulpturen viele geistige Anreize. Sie führen zur spannenden Auseinandersetzung mit den Räumlichkeiten.“

Obgleich Wetterfahnen bereits aus dem antiken Griechenland bekannt sind und von jeher Schiffsfahnen eingesetzt wurden, so ist doch ihre Verwendung im europäischen Festland erst ab dem 11. Jahrhundert auszumachen.



Erhalten geblieben sind Wetterfahnen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Sie schmückten Kirchen, Schlösser, Burgen, Rathäuser und auch Bürgerhäuser.

Ihre Funktion war dabei nicht nur die kurzfristige Wettervorhersage sondern sie sollten auch Haus- und Schutzzeichen sein. Die wohl größte Wetterfahne steht in Montague (Michigan, USA). Sie soll 14,60 Meter hoch und 4,30 Meter lang sein und fast zwei Tonnen wiegen.
Mit der Entwicklung von Blitzschutzanlagen erlebten Wetterfahnen im 18. Jahrhundert eine Renaissance, dies obgleich sie ihre Bedeutung zur Wettervorhersage zunehmend verloren. Insbesondere als im 19. Jahrhundert das Barometer eine bessere und windunabhängige Methode der Wettervorhersage versprach, gab es zunehmend weniger Wetterfahnen.

Erst in der Zeit zwischen 1870 und 1920 kam es dann wieder zu einer Neubelebung ihrer Verwendung. Ihre frühere Wettervorhersage-Funktion war dabei unwichtig geworden, denn sie dienten jetzt als Schmuck und Hausmarke. Wappen, Monogramme, Symbole und Jahreszahlen sollten einen Bezug zum Objekt, zum Haus oder zum Eigentümer herstellen.

Durch die industrielle Fertigung von Wetterfahnen wurden sie jedoch zu Massenartikeln, was zunächst deren Verwendung forcierte. Doch wie immer bei Massenprodukten, so verloren mit der Zeit die Wetterfahnen, als massenhaft hergestellte Dekorationsartikel zunehmend an Bedeutung.

Die am meister verbreitete Wetterfahne ist der Wetterhahn. Er befindet sich auf vielen Kirchen und auch auf Bürgerhäusern wohl als Zitat der Bibelstelle, in der Jesus dem Apostel Petrus vorhersagt: „Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Der Hahn soll ermahnen, im Glauben standfest zu bleiben und sich nicht nach dem Wind zu drehen.

Mana Binz: „Wenn Sie heute nach Wetterfahnen im Internet recherchieren, dann finden Sie immer noch diese Massenartikel, billigen und verzichtbaren Dekorationsmüll. Hierdurch lässt sich kein Haus schmücken, geschweige denn individualisieren! Wenn Sie als Hausbesitzer ein Statement nach draußen senden, dann erfordert dies eine individuelle Aussage. Dies kann die Kunst leisten und in diesem Sinne verdient die Wetterfahne eine Wiederbelebung. “



>> MANA BINZ:
» Die Skulpturen!





Hommage an Claude Monet


Die Rauminstallation „Hommage an Claude Monet“ befindet sich immer noch in meinem alten Atelier. Nachdenklich und tief angerührt habe ich mich soeben nochmals widersetzt, diese Installation „abzubauen“.
Warum? “Les Jardins de Memoire – in Memoriam Claude Monet“ spiegelt Veränderung. Sie behandelt die Zerstörung, die einer Veränderung oft vorausgeht. Sie setzt sich mit der Frage auseinander, ob Neues zwangsweise die Zerstörung des Alten fordert. Wie viele Künstler sind diesen Weg schon vor mir gegangen! Sie haben von Selbstzerstörung und Zerstörung ihrer Werke nicht halt gemacht. „Ich kann mir nicht jeden Tag ein Ohr abschneiden…“
Wie würde Monet heute leben und malen? Würde er seinem Werk kritisch gegenüberstehen? Würde er sich noch mehr in die Privatheit und in seine Gärten zurückziehen? Wie ginge er mit der multimedialen Welt und mit der allgemeinen Beschleunigung um? Würde er andere Kunstmaterialien für sich entdecken? Andere Plätze für Kunst? Andere Wege für die Vermarktung von Kunst?




Teil der Rauminstallation ist die im Dezember 2011 fertig gestellte Deckeninstallation SUPERNOVA aus 256 Glaswellen. Wie ein Seerosenteig an der Decke. Zu Zeiten Monets war die Decke noch kein derartig vernachlässigter Kunstraum. Licht fiel durch Oberlichter in die Treppenhäuser herrschaftlicher Gebäude. Heute arbeite ich hierfür mit Glas und LED-Technik, also ohne Bezug zum direkten Licht. Diese leuchtende Decke richtet den Blick nach oben. Auch wenn sie Teil der Rauminstallation war/ist – sie bleibt! Ein Prototyp, ein Zeichen, ein Highlight entstanden im zeitlichen Kontext zum Nobelpreis für Physik für die Supernova-Forschung der drei amerikanischen Forscher Saul Perlmutter, Brian Schmidt und Adam Riess.





Eine zweite Kernarbeit der Installation ist meine Mobile Freske – SEEROSENTEICH – Blühende Gärten und Weltenträume – entstanden in meinem Atelier in Brüssel 2002 – unverkäuflich. „Les Jardins de Memoire“  –  mit dem Unterschied, dass dieser Teich die individuelle Vereinsamung des Menschen in der multimedialen Welt widerspiegelt. Jeder schwimmt im großen Lebensteich und doch hat jede Seerose ihren kleinen einsamen eigenen Teich, um den sich alles dreht.

15 Impressionen aus Monet Gemälden wurden überrollt und übermalt.


Das dritte Kernprojekt ist eine Graffiti-Sprayerwand mit „Seerosen“.



Still und kühl ist es im Raum. Das genieße ich. Ich denke nach. Die Installation verstärkt den Fluss meiner Gedanken. Einige Menschen haben die Installation gesehen. Mit einem Glas in der Hand, gab es Vernissage, Sonderveranstaltungen, das Übliche im Kunstbetrieb. Ich habe Fragen brav beantwortet.  Intelligente Fragen und einfache Fragen. Ich weiß nicht, welche mir die liebsten waren. Es gibt ja bekanntlich keine dummen Fragen, doch dumme Antworten…




Die Stille habe ich vermisst, die das Werk verstehen macht und die mir jetzt selbst tiefe Einsichten vermittelt. Ich werde die Installation also noch so lassen, mich wieder der Provinz stellen und den persönlichen Radius vergrößern. Nachdem ich viel in der Welt herumgereist bin und zwei Jahrzehnte in der multikulturellen Metropole Brüssel gelebt und gearbeitet habe, ist nun ein kleiner Ort an der Mosel mein Lebens- und Arbeitsmittelpunkt. Hier bin ich geboren und hier habe ich überwiegend meine Kindheit und Jugend bis zum Abitur erlebt. Bin ich nun in die Provinz zurückgekehrt? Ist meine Heimat provinziell? Der Begriff Provinz, der aus der römischen Verwaltungsterminologie stammt, ist zunächst einmal wertneutral. Erst in neuerer Zeit wird er in abwertender Bedeutung verwendet. Er umschreibt eine ländlich strukturierte Gegend als rückständig provinziell. Wenn ich jetzt hier für meine Region das Wort Provinz verwende, dann spreche ich mit den römischen Wurzeln in mir von einer ländlichen Gegend, die wie kaum eine andere als das Herz Europas gelten darf. Sie ist gekennzeichnet durch historisch gewachsene Grenzbeziehungen zwischen Frankreich, Elsass-Lothringen, Saarland, Luxemburg und Belgien. Alles was Europa jetzt durchlebt kennt diese Gegend: Annexion, Abgrenzung, Hinnehmen, Annehmen… Rhein und Mosel sowie deren Nebenflüsse unterstützten stets die Auseinandersetzungen ebenso wie die Handelsbeziehungen und stehen zudem für mentale Beweglichkeit.




In meiner Kunst setzte ich auch das Glas als Kunstmaterial ein. Ich möchte, dass Glas als künstlerisches Material die Anerkennung findet, wie jedes andere Material. Die historischen Glaswerkstätten und Glashütten von Meisenthal bis zu den Kristallerien in Lothringen, an der Saar und hin zur Wallonie prädestinieren diese Gegend für diesen Werkstoff zusätzlich.

Egal wo ich lebe, ob auf dem Land oder in der Stadt, die Potentiale, die ich in mir habe, die kann ich überall nutzen! In diesem Sinne empfinde ich ein Leben auf dem Lande einerseits als einengend und gleichzeitig jedoch auch als herausfordernd.

Ganz klar: Sich aus der Provinz heraus als Künstler durchzusetzen, ist schwerer als von einer Metropole aus. Provinz ist ein Stresstest! Dort sich durchgesetzt zu haben, ist ein gutes Rüstzeug, um überall erfolgreich zu sein. Hier hast du als Künstler stärkere Hürden zu überwinden. Kunst und Kultur haben in der ländlichen Gegend auch heute allgemein noch nicht die Wertigkeit wie in der Stadt.

Doch konnte ich nicht bei vielen Menschen Neugierde und Staunen erwecken? Es gibt nicht die Unterscheidung zwischen provinzieller und großstädtischer Kunst. Es gibt nur die Unterscheidung zwischen guter Kunst, schlechter Kunst und gar keiner Kunst.

Ich bin gegen Sozialromantik von Provinz. Dieser Großraum mit seiner bedeutenden Vergangenheit, das sind meine Wurzeln. Es ist eine landschaftlich bemerkenswert schöne und vielseitige Gegend. An der Natur, am Fluss und an der durch die Weinberge geprägten Kulturlandschaft kann ich mich immer wieder erfreuen. Das schenkt mir viel mentale Energie. Hier zu leben, das bedeutet für mich in hohem Maße auch Lebensqualität: Die Schönheit der Landschaft, mein Garten, die bessere Luft und die soziale Gemeinschaft. Besonders in einer Weinregion wie der Mosel sind die Menschen, auch wenn sie einem bäuerlichen Beruf nachgehen, inspiriert vom Kulturprodukt Wein und weltoffen durch ihre Tätigkeit.  Doch sich in der Schönheit weiden, gar darin ausruhen, das erlaubt diese Gegend nicht!

Meine Narrenfreiheit habe ich mir hart erarbeiten müssen. In der Provinz kennt jeder jeden. Ein Künstleratelier ist zu jeder Tageszeit ein spannender Ort.  Auf dem Lande ist die Verteidigung von Privatheit wichtiger als in der anonymen Großstadt. Doch liegt es nicht an uns selbst, das soziale Umfeld so zu gestalten, dass die „Herstellung“ von Kunst, der kreative Prozess, akzeptiert wird? Die Umsetzung kreativer Gedanken in Kunst erfordert Kontemplation, intellektuelle Durchdringung einer Idee, mentale Kraft, Beharrlichkeit und letztendlich Einsamkeit. In der Stadt sind die Ablenkungen vielfältig. Gleichzeitig versendet eine pulsierende Stadt jedoch vielfältige kreative Impulse. Hier auf dem Lande erkenne ich oft im Kleinen die großen Zusammenhänge. Auch hieraus erwachsen künstlerische Ideen.




Und ich habe Platz, um die Ideen aus der ganzen wunderschönen blauen Erde, hier in das künstlerische Werk einzuphasen, bezahlbaren Platz für die künstlerische Arbeit! Es ist ein großes Privileg nicht unter Enge und Raummangel zu leiden auch wenn es auf dem Lande nicht so viele Räumlichkeiten gibt, die wie alte Fabrikhallen zum Kunstschaffen geeignet sind.

Ein Künstler, der auf dem Lande lebt und arbeitet, benötigt die pulsierende Anregungen aus den Städten dieser Welt. Reisen vermitteln kreative Impulse und Aufenthalte in internationalen Großstädten sind zugleich Meßlatte für die eigene künstlerische Arbeit. Doch die Abgeschiedenheit und Ländlichkeit tut gut, um künstlerische Ideen ausreifen zu lassen.

Schließlich unterscheiden sich Provinz und Metropole heute weniger als in der Vergangenheit. Alle Medien sind heute überall in gleicher Weise verfügbar. Da sie unser Leben immer mehr prägen und sich hierdurch die Kommunikationsstrukturen sowie die Informationswelt komplett verändern, gleichen sich die Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land immer stärker an. Internationale Anregung, multimediale Vernetzung und globale Kommunikation verursachen bei mir jedenfalls inzwischen ein noch größeres Bedürfnis nach kreativer Einsamkeit. In der Provinz überwinden wir die eigenen inneren Grenzen, die hier stärker als in der Stadt gespiegelt werden. Was ich im Herzen und im Gehirn habe, das habe ich eh überall, egal wo ich bin. Insoweit bin ich vielleicht doch eine „Urenkelin im Geiste“ des großen Künstlers Monet…





FOTOS: IMPRESSIONEN AUS DER MANA BINZ INSTALLATION: HOMAGE CLAUDE MONET

Cusanus Grundschule Bernkastel-Kues



Die Werke der Kinder der Cusanus Grundschule sind im Ofen gebrannt worden und können entnommen werden. Ein voller Erfolg!



Hier ein Ausschnitt der Ausstellung der Werke in der Cusanus Grundschule. Da waren die kleinen Künstler zu recht stolz!

KITA Maring-Noviand




Das Bienenvolk – Malerei der Kinder von 2 – 6 Jahren mit Acrylfarben.


Der Sonnenbaum – Ein Gemälde in Mischtechnik mit Collage aus selbsthergestellten Farbpapieren

Beide Bilder haben ein Format von 150 x 200 cm!!


Von beiden Malgruppen werden hier wegen Fotoverboten für einzelne Kinder nur die Kunstobjekte gezeigt.



Der Mai und Juni war geprägt von diversen Projekten im schulischen Bereich.

Unter anderem vom Glasworkshop mit Schülern der Grundschule Bernkastel-Kues am 04. Mai in den Atelierräumen und in der Glaswerkstatt. Wunderbare Objekte sind hierbei selbständig von den Kindern gestaltet worden. Hochachtung vor dieser Kreativität! Beeindruckt hat mich auch die Konzentrationsfähigkeit der Grundschulkinder. Die hergestellten Objekte sprechen für sich! Hier werden einige gezeigt. Es war ein großartiger Workshop, der auf der Basis des Engagements der Lehrerin, Frau Heidrun Bernitt, hier stattfinden konnte! Das zweite Projekt kam durch das Engagement der Leiterin der KITA Maring-Noviand zustande. Frau Andrea Klink bindet in ganz besonderem Maße die Kunst in die frühkindliche Erziehung ein. So entstand die Idee, mit Malerei gemeinsam mit den Kindern die Suche nach einem Namen für die KITA zu unterstützen.

WARUM EIN NAME?

Jeder Mensch hat und braucht einen Namen. Den Vornamen geben die Eltern den Kindern. Der Familienname ist rechtlich geregelt. Oft werden Namen im Gebrauch abgekürzt, verniedlicht oder sie werden zu Kosenamen. So wird – zum Beispiel – Stephanie zu Stephi, Florian zu Flo usw.. Jeder Name hat seine Bedeutung. Der Name ist Teil und Ausdruck der Persönlichkeit. Ein Name vereinfacht die Verständigung, er prägt und er ist identitätsbildend. Das ist auch bei Firmennamen, Vereinsnamen und bei Namen für staatliche Einrichtungen so. Bei Schulen und Kindergärten beschreibt der Name zumeist den Ort oder Ziele und Philosophie der Einrichtung. Oft beschreibt der Name auch die Wege, die unter Einbeziehung von Lehrern/Erziehern, Kindern und Eltern gemeinsam gegangen werden sollen, also die Art und Weise wie man etwas erreichen will.

Im Jahr 2013 wird der Neubau der KITA Maring-Noviand 30 Jahre alt, ein guter Zeitpunkt, um ihr jetzt einen Namen zu geben.

Auf der Suche nach einem intensiven und bildhaften Namen bildeten sich bald zwei Favoriten heraus:

Der Baum

Die Biene

Der Baum ist ein starkes Symbol für Wachstum. Ein Stammbaum beschreibt die Geschichte und das Wachstum einer Familie. Ein gesunder Baum steht für eine intakte Natur. Gleichzeitig ist er das Ergebnis menschlicher Fürsorge und botanischen Wissens. Viele Bäume stammen aus einer Baumschule. So trägt – zum Beispiel – ein von dort stammender und gut erzogener Apfelbaum mehr und schönere Früchte als der Wildwuchs.

Je langsamer ein Baum wächst, um so härter und wertvoller ist sein Holz. Seit je her haben Menschen unter Bäumen gefeiert, die Dorflinde oder der Kastanienbaum standen inmitten des Dorfes. Unter alten Bäumen, oft allein und abseits stehend, wurde gerichtet. Manches verliebte Paar hat sich mit einem geschnitzten Zeichen - oft ein Herz mit den Anfangsbuchstaben der beiden Namen - in der Baumrinde „verewigt“. Es gibt den Brauch, das Bäume für die Geburt eines Kindes oder anlässlich einer Hochzeit gepflanzt werden. Der Baum ist ein positives starkes Zeichen, das das Leben weitergeht!

Auch heute noch ist das Holz ein wichtiges Material im Hausbau, in der Energiegewinnung, für langlebige Gebrauchsgegenstände und für Schnitzereien und Skulpturen in der Kunst. Das Holz des Baumes steht für Schutz, Wärme, Nützlichkeit, Langlebigkeit und Schönheit. Mit einem so wichtigen und langsam wachsenden Rohstoff sollte der Mensch bewusst und sorgfältig umgehen.

Auch das lernen die „Kleinen Forscher“ in der
KITA Maring – Noviand.

Im Umfeld der KITA gibt es viele Bäume und auch die Innenräume der KITA sind warm und fantasievoll mit viel Holz gestaltet. Die Kinder, die wir heute fordern und fördern, sie sind später die Bäume der zukünftigen Gesellschaft. Die Symbolik des Baums mit den Kinder und mit den Erzieherinnen malerisch und über Collagen zu gestalten und weiter zu entwickeln hat mehr als Spaß gemacht. Wir haben uns gemeinsam künstlerisch auf den Weg gemacht einen passenden Namen für die KITA zu finden!

Unser zweiter Favorit, die Biene, war und ist aus vielen Gründen ein bildhaft starker Gegenkandidat. Die Weinlage „Maringer Honigberg“ ist allen bekannt. Dieser Lagenname hat daher einen tiefen Ortsbezug. Die Bienen liefern Honig, ein Naturprodukt mit dem wir Gesundheit und Süße gleichzeitig verbinden. Wir denken an fleißige Bienen, an das geordnete Zusammenleben und an den Sozialverband innerhalb des Bienenvolkes. In unseren Köpfen entstehen Bilder von blühender, schöner Natur und wir spüren zugleich die Gefährdung unserer Natur, wenn es immer weniger Bienen gibt und die Bestäubung der Pflanzen gefährdet ist. Das Bienensterben ist ein Thema, das uns alle angeht und vor dem wir die Augen nicht verschließen dürfen.

Alle Kinder lieben die „Biene Maja“, weil sie lustig und lebendig ist. In der KITA summt und brummt es wie in einem Bienenstock – ich selbst hatte sofort die Assoziation eines quirligen Bienenvolkes. Die Kinder waren sofort begeistert von der spontanen Umbenennung der Biene Maja in Biene MaNo - MaNo für Maring und Noviand. Schwang da auch noch mein Vorname Mana mit ein? Ich weiß es nicht, nur soviel ist klar, ich hatte ein tiefes, positives und gutes Gefühl für das kleine Bienenvolk!

Auch die spannenden Themen rund um die Bienen und der erlebte Ortsbezug fanden bei den „Kleinen Forschern“ großes Interesse.

FAZIT:
Die malerische Suche nach einem Namen für die KITA Maring – Noviand hatte folgende Ergebnisse:

Thema – Der Baum ergab folgende Namensideen: Zauberbaum, Märchenbaum, Wunderbaum, Traumbaum und Sonnenbaum. Der Name Sonnenbaum hatte die stärkste Kraft.

Thema - Über Maringer Honigberg kamen wir direkt zur Biene. Hier hatte die Namenssuche folgende Ergebnisse: Honigbiene, Biene MaNo, Bienenschwarm, Bienennest, Bienenhaus und Bienenvolk. Eine gewisse Präferenz war für Bienenvolk und Biene MaNo festzustellen.

Diese Namensideen führen wir in die weiterführende Diskussion ein und wünschen viel Spaß und Erfolg bei der Namenfindung bis zu den großen Ferien!

Insbesondere wünsche ich Euch Kindern der KITA viel Lebensglück und Lebenserfolg. Es war herrlich mit Euch zu malen! Das Kunstprojekt mit Euch war ein Spiegel eines Bienenvolkes und ganz in der guten Atmosphäre eines Sonnenbaums! Weiter so…

Ganz liebe Grüße von Mana Binz

» >> Trierischer Volksfreund vom 07. Juni 2013: "Namenlosigkeit soll ein Ende haben"





Werk des Monats Mai 2013: Foto BERBERZELT IN DER PRÄSAHARA

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BERBERZELT IN DER PRÄSAHARA
Mana Binz 2013







Dieses Foto von Mana Binz, © 2013, zeigt ein Berberzelt in der Präsahara. Das Geflecht aus organischen Fasern und Ziegenhaar ist zerrissen und mehrfach geflickt. Die hochstehende Sonne scheint hindurch und es entsteht ein Spiel von Licht und Schatten. Was denke und fühle ich dabei?

 „Risse und Falten erinnern mich tief an eine meiner frühen Einzelausstellungen im Jahr 1993. Mein Vater war gerade gestorben. Fast hätte ich deshalb diese Ausstellung in Brüssel abgesagt. Doch ich nahm es als Zeichen, die Lebensbrüche zu thematisieren. Mit Verlust und viel Schmerz im Herzen habe ich dann diese Ausstellung gemacht. 2004 griff ich das Thema „Risse und Falten – Realität und schöner Schein“ in einer anderen Ausstellung nochmals auf. Ich hatte jetzt auch das Glas wieder stärker in mein künstlerisches Schaffen einbezogen.

Da ich stets die These unterstreiche, dass Technik und Material zum künstlerischen Thema passen müssen, war gerade die Zerbrechlichkeit des Materials als Ausdruckmittel geeignet, neue Facetten dieses - spätestens seit Fontana - wiederbelebtes Kunstthemas zu erschließen.

Der Sammelbegriff der Falten steht ja für unterschiedliche Aspekte: Theatervorhänge, drapierte Stoffe, Knitterfalten, Altersfalten. Im Sommer 2003 widmete das Metropoliten Museum in New York eine ganze Ausstellung den Falten der antiken Tunika, dem Ursprung aller göttlichen Gewänder. Das hat mich beeinflusst.

Auch die Tischkultur spiegelt in der Kunst des Serviettenfaltens, das Faltenthema. In der alten japanischen Kunst des Origami werden kunstvolle Figuren gefaltet. Christos Faltenkunst beginnt mit der Zeichnung und entfaltet ihre Bedeutung am verhüllten Objekt. Man kann textile Falten einbügeln, Knitter wegbügeln, Hautfalten retuschieren oder unterspritzen. Falten spielen mit Licht und Schatten. Sie lösen die Flächigkeit auf. Falten assoziieren Zufall oder Planung. Sie sind erwünscht oder unerwünscht. Sich zu „entfalten“ bleibt Aufgabe des Menschen, auch dann, wenn er selbst schon faltig geworden ist.

Ganz anders der Riss: Mauerrisse, Risse im Glas, zerrissener Stoff, Spannungsrisse, Risse in der Gesellschaft, Bänderrisse, es zerreißt einem schmerzvoll das Herz, in der Bibel zerreißt der Vorhang des Tempels. Man könnte die These vertreten, dass Neues Zerstörung voraussetzt. Ja – so ist es wohl!

Mehr denn je aufgesaugt in der multimedialen Welt, sehne ich mich als Künstlerin heute nach Einsamkeit. In vielen Werken habe ich Solitude (Einsamkeit) reflektiert. Das Gefühl hat viele Aspekte. Da geht es ja nicht nur um ein Verlassensein sondern auch um Konzentration und Kontemplation. Innere Stille ist der Gleichklang des Menschen mit der Schöpfung. Vor mächtiger Natur spiegelt sich das Wahre und Wahrhaftige. In Marokko spiegeln sich in stiller Betrachtung der Wüstenlandschaft die gesellschaftlichen Risse nach dem sog. Arabischen Frühling, die gesellschaftlichen Risse durch Terror und Gegenterror. Ist der Krieg wirklich der Vater aller Dinge – Heraklit? Ich denke und denke. Ach ich sollte endlich malen….

Manche Glasskulpturen bergen Ende und Anfang im Material in sich selbst. Ich entspanne das Glas mit der ganzen Kenntnis über dieses Material und je mehr ich das Material liebe und in seiner tiefen Struktur kenne, um so mehr verlasse ich es auch wieder. Ja – ich werde auf dem Höhepunkt meiner eigenen künstlerischen Entwicklung und Auseinandersetzung das Material Glas verlassen müssen. Die Vollendung ist zugleich der Untergang und die Transformation in einen anderen Zustand.

Risse und Falten – als junge Künstlerin verehrte ich Lucio Fontana, diesen Künstler der am 19. Februar 1899 in Argentinien geboren wurde und am 7. September 1968 verstarb. Ich selbst ein sog. 68iger, mir hatte dieser italienische Avantgardekünstler mit seinen Schnittbilder viel zu sagen. Er drückte das Lebensgefühl meiner Generation aus. Ich selbst hatte bereits 1970 erste Berührungen mit der Studioglasbewegung, aber weder Geld noch Platz für einen eigenen Studioglasofen. Das von Fontana bereits 1946 initiierte „Manifiesto blanco“ war wie eine Bibel für uns junge Menschen, die mit so vielen Fragezeichen in die Welt blickten. Der Vietnamkrieg hatte uns geschmerzt, auch die wenigen Antworten, die die Kunst auf unsere Fragen und Zweifel hatte. Da ergriffen wir jeden Gedanken, der eine neue Richtung aufzeigen könnte. Fontana war es, der bereits früh die Gedanken des Futurismus wieder belebte und eine Synthese von bildender Kunst mit Musik und Literatur als neuen Weg propagierte. All das floss in die ZERO Künstlergruppe und in die FLUXUS Bewegung ein. Wir wollten neben der Abkehr von den herkömmlichen Materialien auch neue Wege weg von statischer Kunst hin zu einer dynamischen Kunst finden. Fontana perforierte seine Bilder und sein zweidimensionales Werk erreichte somit Plastizität. Die Löcher in den zumeist monochromen Bildern, die scheinbare Zerstörung, erschuf Neues.

Große Bewunderung hatte ich für die dann mit farbigen Glasstücken unterlegten Öffnungen, die die Lichtwirkung der Oberflächenstruktur verstärkte. Konsequent erschien es mir, als er die Leinwände aufschnitt und durch unterlegte Gaze die räumliche Wirkung der Schnitte überhöhte. Nicht nur in mir hat er tief hinterlassen, dass Zerstörung eine neue Sicht bedeutet… Wenn ich so in diesem Zelt sitze und nachsinne, dann bin ich mit dem Ergebnis der Kunst nicht zufrieden. Jedes Bild braucht seine Berechtigung, sonst trägt es nur zur Vermüllung der Welt bei!

Aber umso mehr berührt mich hier die Natur – was sie aus der Zerstörung macht, das spiegelt dieses zerrissene Geflecht des Zeltes, ein ausdrucksvolles Licht. Eine neue Sicht durch morbide Strukturen. Zusammen mit der Stille ist dies wahre Kunst…








Das Bild des Monats April 2013 dokumentiert die Entstehungsgeschichte des Miniaturelefanten von Mana Binz für die Elephant Parade 2013 Trier Luxemburg. Dieser kleine Elefant dient den Initiatoren als Vorlage für Repliken.

Vom 19. Juli bis 18. Oktober 2013 sind mindestens 85 lebensgroße „Babyelefanten“, die von regionalen und überregionalen Künstlern gestaltet wurden, im Stadtgebiet von Trier und Luxemburg zu sehen. Diese Open Air Ausstellung dient dem Schutz der asiatischen Elefanten. Zugleich zaubert sie ein Lächeln auf das Gesicht der Menschen, die Trier und Luxemburg besuchen und die lustige Elefantenparade sehen!

Inzwischen ist auch der große Elefant von Mana Binz in der Kulturwerkstatt Paulushof fertig gestellt worden. Auch seine Entstehungsgeschichte werden wir bald hier vorstellen.

Die Elefantenskulptur von Mana Binz trägt den Namen/Titel:

The King – From Royal Blue to Water Blue.

Würdevoll schreitet der KING auf starken Beinen, die wie Säulen aussehen. Die königliche Würde des sanften Kolosses wird betont durch eine Schmuckdecke voller glitzernder Kronen. Er verführt zum hoffnungsvollen Träumen: es spiegelt sich seine Schönheit im Wasser. Königsblau und viele Wassernuancen sind seine prägenden Farben. Sie betonen die Bedeutung des Wassers für alles Leben:. Ja, wie schön ist unsere Welt! Lasst uns dieses Gottesgeschenk bewahren:



LEBENSQUELLE WASSER

Der Elefant ist durch seine Gelassenheit, Klugheit und Kraft ein königliches Tier. Wie alles Leben so schöpft auch er seine Energie aus dem Wasser. Nur in einer gerechten und friedvollen Welt gibt es genügend Wasser für Menschen, Tiere und Pflanzen.

Diese Elefantenskulptur KING wurde gesponsert von der Trierer Hafengesellschaft mbH. Hierfür ein besonderer Dank!



>> Elephant Parade Trier-Luxemburg 2013 » FACTSHEETS [85 KB]  




Werk des Monats März 2013:Ausschnitt aus den neuen Glasstelen aus WELTEN IM WEIN

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Taufe, Hochzeit, Leichenschmaus
GLASSTELEN aus dem Projekt "WELTEN IM WEIN"

Mana Binz 2013





Das Foto zeigt einen Ausschnitt aus einem weiteren gläsernen Stelenpaar, des Kunst- und Kulturprojektes WELTEN IM WEIN.
In diesem Projekt setzt sich die Künstlerin Mana Binz mit den positiven wie negativen Wirkungen des Weintrinkens auseinander.  
Mit diesem jetzt im März 2013 fertig gestellten Stelenpaar ist das auf 77 Stelen geplante Projekt auf inzwischen 48 Einzelstelen herangewachsen.
Titel: Taufe, Hochzeit, Leichenschmaus – Wein und Lebensereignisse.





Werk des Monats Februar 2013:Glasstelen aus WELTEN IM WEIN

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2 GLASSTELEN aus dem Projekt "WELTEN IM WEIN"
Verschmelzung im Ofen
Mana Binz 2013





Das Foto zeigt, wie zwei Glasstelen aus dem Projekt WELTEN IM WEIN gerade im Ofen verschmelzen. Nachdem das vergangene Jahr 2012 in hohem Maße durch Konzeption und Herstellung der Glasdecke CUSANUS 1453 – DE PACE FIDEI definiert wurde, ist es nun an der Zeit, das Projekt WELTEN IM WEIN, das internationale Aufmerksamkeit gefunden hat, fortzuentwickeln.

Die glühende Glasmasse macht mir tief bildhaft tief klar, dass die Leidenschaft in einem solchen Mammutprojekt bis zur allerletzten Minute zählt. Die Halbzeit wurde gut genommen. Doch es stehen noch die Konzeption und Realisierung von weiteren 33 Stelen an, bis das Projekt mit 77 Einzelstelen fertiggestellt ist.

Es war gut Abstand zu gewinnen. Die Leitidee einer Auseinandersetzung mit den positiven bis hin zu den negativen Wirkungen im Umgang mit dem Lebens – und Genußmittel Wein ist schier unerschöpflich. Doch ich wage auch den persönlichen malerischen Exkurs durch die Kunstrichtungen des 20igsten Jahrhunderts und meinen Blick in die Zukunft.

Nach durchlebter Leere fällt es mir viel leichter, die Gedanken zu klären. Doch mehr noch: Es ist wie ein Wunder, denn es macht Freude das neue Glühen zu spüren!

VORFREUDE AUF DEN NEUEN PROZESS DER ENTDECKUNG UND NEUEN WERDENS.





Werk des Monats Januar 2013:Kofferinstallation KOFFER AUF REISEN

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Kofferinstallation "KOFFER AUF REISEN"
Mana Binz





Mana Binz: „Ein künstlerisches Leitthema von mir ist die Migration durch Zeit und Raum. Gestalt gebe ich diesem Thema im Symbol des Koffers. Über 120 teilweise uralte Koffer habe ich gesammelt. Immer wieder schicke ich sie auf Reisen, um Veränderung sichtbar zu machen. Zum Jahreswechsel habe ich einen Berg aus 121 Koffern in der Mitte meiner Projekthalle aufgetürmt. Der Koffer ist ein Utensil, mit dem wir uns auf Reisen begeben. In den Koffer packen wir die Dinge, von denen wir glauben, dass wir diese für einen bestimmten Zeitraum benötigen.

Jetzt zur Jahreswende werden von vielen Menschen die Koffer neu gepackt. Die realen Koffer für unsere Lustreisen, die Koffer, die mit Abschied und Trennung einhergehen und die symbolischen Koffer für unsere Lebenswege. Alles soll besser werden. Was hatten Sie sich für das vergangene Jahr vorgenommen? Was wurde erreicht, was nicht, warum nicht? Wie viele “gute“ Vorsätze haben Sie jetzt für 2013 im Gepäck? Sind es die Gleichen wie bereits im vergangenen Jahr? Warum? Was bezwecken Sie damit? Sind diese Vorsätze für Sie eine Last? Sind sie eine Herausforderung, die Sie nun gerne in Ihren Rucksack packen? Wie oft und wann kontrollieren Sie Ihre Ziele während des Jahres?

Zum Jahreswechsel versuchen viele Menschen mit starkem Willen und voller Tatendrang dem Leben eine neue Richtung zu geben. Die Fehler des vergangenen Jahres sollen im neuen Jahr vermieden werden. Doch oft ist der „Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert“. Die Veränderungen, die wir durchführen wollen, beziehen sich in erster Linie auf Gewohnheiten, die wir als weniger gut oder schlecht bewerten. Gleichgültig ob dies ist: Mehr Sport und Bewegung, weniger und gesünderes Essen, weniger Alkohol – die Vorsätze kreisen um unsere Verhaltensmuster. Verhaltensmuster lassen sich deshalb so schwer verändern, weil wir zumeist die dahinter liegenden Ziele nicht erkennen und nicht formulieren.

Warum will ich abnehmen? Was verspreche ich mir davon? Gesundheit? Schönheit? Erfolg? Liebe? Warum will ich mehr Wasser trinken und weniger Wein? Was verspreche ich mir davon? Größere geistige Klarheit? Ein Modewort in diesem Kontext ist Detox. Wir alle wollen „entgiften“. Was wollen wir entgiften, welches Gift schleppen wir vermeintlich in uns herum wie menschliche Giftzwerge?

Vorsätze sind nur so gut, wie sie realistisch sind und realistisch sind sie nur, wenn wir unsere Motivation hinter ihnen durchschauen. Was treibt Dich um? Wo liegen Deine größten Motivatoren? Wie passen Deine Ziele hierzu? Wenn ich das durchschaue, dann werden die „guten Vorsätze“ daraufhin durchleuchtet, ob sie praktikable Einzelschritte auf dem Weg zum größeren Ziel sind. Die Begeisterung, im neuen Jahr alles zu verändern und besser machen zu wollen, ist schnell verpufft, weil dies allein nie ein realistisches Ziel ist.

Zum guten Plan gehört auch die Zeit, der Zeitrahmen für die einzelnen Schritte auf Deinem Weg der Zielerreichung. Konsequenz erfordert Beharrlichkeit, aufstehen können, unverzagt sein, Kontrolle, weitermachen und Ziele und Zeitplan anpassen und fortschreiben. Ja – so funktioniert das Investment in das Bewusstsein! Bereits nach circa 6 Monaten zahlt es sich aus.

Jetzt im Januar 2013 machen wir uns wieder auf den Weg. Auf den Weg eines weiteren Kapitels auf unserer Lebensreise. Wir packen sinnbildlich mal wieder unsere Koffer. Wir packen unsere Sachen ein für eine definierte Zeit. Wie wir diese Zeit erleben? Ob und wie wir diese Zeit ausfüllen? Ob und wie wir das Ende der definierten Zeitspanne erreichen? Die Zeit fließt. Unsere Gedanken fließen. Unsere Hoffnungen, Erwartungen und die Erinnerungen vereinen sich. Gepäck kann uns behindern. Oft ist es gut, von Erinnerungen loszulassen. Doch wie oft schleppen wir unsere Vergangenheit wie schweres Gepäck hinter uns her? Beim Packen der Koffer können wir uns entscheiden. Beim Reisen sind wir im Fluss von Zeit und Raum. Erinnerung wird Gegenwart und Gegenwart verschmilzt mit Erinnerungen zu Bewusstsein. Wie wichtig ist es, Platz für Neues zu schaffen!

Mein Vorschlag: Wir packen jetzt unsere Koffer und nehmen nur das Nötigste mit. Eine großartige und wunderbare Reise durch Ihr Jahr 2013!

Ihre Mana Binz





Werk des Monats November 2012:WERDEN - Öl auf Leinwand (2003)

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Öl auf Leinwand:
"WERDEN"

Mana Binz, 2003
Breite 114 x Höhe 163 cm





Was mich derzeit am stärksten bewegt ist hier im Bild des Monats November beschrieben. Es ist das Resultat der Entstehungsgeschichte des Werks „Cusanus 1453 – De Pace Fidei“. Ich habe mir viel abverlangt. Und ich habe mich tief einlassen auf die Nahtodeserlebnisse des Cusanus, um seine Vision spirituell nachzuvollziehen. Dabei bin ich an meine Grenzen herangegangen, habe sie mehr als berührt, habe sie schmerzhaft und bewusst gefühlt .

Deshalb diese Bildauswahl mit dem frohen Titel WERDEN, denn dieses wahre Werden setzt die Kenntnis des eigenen Todes voraus, erst jetzt, wo ich mich wieder beginne zu erholen durchzieht eine muntere Fröhlichkeit Herz und Hirn….
Werden – Der Herbst mit seinem Reichtum an Farben ist eine magische Jahreszeit. Im Vergehen zeigt die Natur sich in bunter Pracht. Die Blätter fallen. Bunte Teppiche bedecken die Erde. Wilde Stürme und Herbstwinde wirbeln die Blätter wieder auf. Sie verwehen, fallen woanders wieder nieder. Sie zersetzen sich. Die Reise der Erneuerung beginnt mit dem Absterben.

Ich liebe die Natur, diesen Spiegel von Leben und Tod im Reich der Pflanzen, die Schönheit des Stirb und Werdens. Die Kontinuität ist die Veränderung, der beständige Wechsel. Besonders klar spiegeln dies meine Stauden im Garten. Die meisten haben sich jetzt schon komplett zurückgezogen…

Der Herbst im Reich der Pflanzen ist eine tiefe, tröstliche Metapher für das Leben, für die Transzendierung des Ichs durch die Akzeptanz von Vergänglichkeit zur Erneuerung.  So wie im christlichen Glauben der Tod durch den Tod besiegt wird, so sind spirituelle Erneuerung, Selbsterfahrung und Neubeginn in der Akzeptanz der Vergänglichkeit zu finden. Selige Sehnsucht – wie sie im „West-östlichen Diwan“ von Goethe lyrisch mitschwingt:

Johann Wolfgang von Goethe
Selige Sehnsucht

Sagt es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet,
Das Lebend’ge will ich preisen
Das nach Flammentod sich sehnet.

In der Liebesnächte Kühlung
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
Überfällt dich fremde Fühlung
Wenn die stille Kerze leuchtet.
 
Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsternis Beschattung,
Und dich reißet neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.

Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du Schmetterling verbrannt.

Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.




Werk des Monats Oktober 2012:Mobilen Fresken Attente und Badinage  BEFORE AND AFTER

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Mobile Fresken:
"Attente und Badinage BEFORE AND AFTER"





Bei der „Wine Art Exhibition Grand Cru“ haben die drei „Damen“, die Mana Binz in den Mobilen Fresken Attente und Badinage  „before and after“  im Genuss auch eines Grand Cru Champagners Bollinger porträtiert, einwenig gefroren. Bei den „Damen“ ist das Frösteln sichtbar auf die spärliche Bekleidung zurückzuführen. Bei Mana Binz selbst? Das ist eine andere, sehr spannende Geschichte über eine wunderbare und auch andere Kultur.

Das Festival war ein Riesenerfolg und voller Eindrücke bin ich aus Südkorea zurück.

Schon sehr bald wird hier in der Rubrik Bild des Monats über die große Glasdecke Cusanus 1453 – De Pace Fidei in der kleinen Stadt Bernkastel berichtet…



Werk des Monats September 2012:Deckenfresko A LA RECHERCHE DU PARADIS PERDU

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Deckenfresko:
"A LA RECHERCHE DU PARADIS PERDU"






Im Monat September soll ein Ausschnitt aus einem Deckenfresko von Mana Binz zum Bild des Monats avancieren. Dieses Fresko mit dem Titel “A la Recherche du Paradis perdu“ stellt die Suche der Menschen nach dem verlorenen Paradies dar. Die Künstlerin malt diese Suche als Ursprung von Glaube und Unglaube, als Kampf und Versöhnung der Geschlechter, als Spiegelung von Gut und Böse.





Werk des Monats August 2012:Tischwelle: Im Fluss des Lebens fliessend im im Fluss schwimmend

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TISCHWELLE:
"Im Fluss des Lebens fließend und im Fluss schwimmend"
Mana Binz, Rituelles Essen - 2008








Werk des Monats Juli 2012:SEEROSENTEICH

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SEEROSENTEICH
Vorlage für eine Tapisserie,
Spezialfarben auf Canvas, 290 x 290 cm, 2002,
derzeit integriert in die "Hommage an Claude Monet" einer Installation im Künstleratelier.






Diese 1:1 Vorlage für eine Tapisserie habe ich zum Bild des Monats ausgewählt, weil ich gebeten wurde, meine Meinung zu einem zumeist heikel diskutierten Thema zu äußern. Ich wurde gefragt, was ich vom Vergleich zwischen lebenden und verstorbenen Künstlern halte. Jeder kennt diese Reaktionen wie: Das erinnert mich an Klimt, das an Chagall, das an Dali. Mein Statement hierzu hat sich – typisch für unsere Zeit - in eine Wasser-Wein-Story bei Facebook verirrt. Doch so verlaufen Gespräche. Fließend, am Ende wundert man sich: Wie kamen wir denn auf dieses Thema?

Also: Was halte ich davon, wenn man mich mit Dali, Hundertwasser, Chagall, Klimt, Matisse, Monet vergleicht? Wer könnte mich beeinflusst haben? Habe ich etwa einen Lieblingskünstler?

Zunächst: Soll ich mich wegen dieser Vergleiche ärgern oder gar schämen? Diese Künstler sind Teil der Kunstgeschichte. Sie alle haben Großartiges geleistet, auch wenn mir nicht alles von jedem gleichermaßen gefallen mag oder gefallen muss. Ich selbst habe eher keine Favoriten im 19./20. Jahrhundert, bzw. Favoriten finde ich erst, wenn ich in der Kunstgeschichte sehr viel weiter zurückgehe. Da kann es passieren, dass ich vor meisterlich gekonnten Kunstwerken in die Knie gehe. Ja – da habe ich immer wieder wechselnde Favoriten...

Ich meine: Jeder Künstler trägt die Kunstgeschichte in sich, tausende und abertausende von Bildern lassen sich nicht negieren. Im Herzen und im Gehirn werden sie zu einer Art Urmaische. Auf diesem Grund kann und darf etwas Neues entstehen.

"Das rührt mich unmittelbar an. So hab ich das noch nie gesehen.“ - Ich gebe zu, das ist die Reaktion eines Betrachters, die mich froh stimmt. Genau diese Reaktion durfte ich gestern erleben. Eigentlich hätte ich erwartet, dass die kühle Glaskunst diesem Betrachter gefällt. Ich wurde überrascht: Es war die wärmende, frei fallende Stoffmalerei, die Vorlage für eine Tapisserie.

Es geht hier um meine Bildfindung zur Isolation des Individuums. In meiner Bildkomposition befindet sich jede Seerose schwimmend auf ihrer eigenen kleinen Seerosen-Insel, diese wiederum im Teich schwimmend. In der Rauminstallation, meiner Hommage für Claude Monet, die ich hier im Atelier eingerichtet hatte, durfte dieser Seerosenteich natürlich nicht fehlen.

Welche Bilder in Betrachter aufsteigen, das ist die individuelle Urmaische jedes Einzelnen. Das unterscheidet sich von Person zu Person. Ein Déjà-vu, dieses gewisse Gefühl „ Das kenn ich doch schon – das hab ich doch schon mal gesehen“ -  eben das, was wir zurzeit allenorten erleben, dieses „Überall dasselbe und von allem zuviel“ – dies macht ein "KUNST"-Werk langweilig. Ich denke das sich der Künstler heute fragen muss, was ihn berechtigt, bei dieser irren Bilderflut die Welt mit einem zusätzlichen Bild „beglücken“ zu wollen. Diese Frage kann verunsichern, doch genau an dieser Unsicherheit kann ich als Künstler wachsen. Dann gilt der uralte Grundsatz, weniger ist manchmal mehr…

Kunst muss direkt und unmittelbar berühren und im direkten vis-à-vis ohne Hirnwindungen, Interpretationsvorgaben und Vergleiche sofort funktionieren.






Werk des Monats Juni 2012

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Glaselement aus der Lichtinstallation
Cusanus 1453 - DE PACE FIDEI"








Werk des Monats Mai 2012

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"Moulin-à-Vent"
Artobjekt aus der Mana Binz Kollektion
"The Wine Feeling - Feeling of joy"






Mein Wein- und Kulturprojekt WELTEN IM WEIN wächst kontinuierlich. Die Freude, die mir die künstlerische Auseinandersetzung mit dem “Lebensgenuss-Mittel“ und Kulturgut Wein schenkt, überträgt sich auf andere, kleinere Kunstwerke, wobei das Wort “kleiner“ in diesem Kontext einen ausschließlichen Bezug zur Größe des Kunstobjektes hat: cm 24 x 34.

Es ist mir daher eine besondere Freude Ihnen im Wonnemonat Mai ein Lichtobjekt vorzustellen, das zu der verbindenden, gemeinsamen Sehnsucht nach Licht, Luft und Sonne passt. In diesem Glasobjekt habe ich das lustvolle Gefühl eingefangen, das mich beim Genuss eines wundervollen Moulin-à-Vent berührte. Der Moulin-à-Vent ist einer der 10 Beaujolais Crus. Kein Mairegen, der im Hintergrund des Fotos noch zu sehen ist und sich mit den Perlen des Glases vermählt, konnte diesen Genuss schmälern.

Ein Moulin-à-Vent gilt als der König der Crus des Beaujolais. Er ist nach einer alten Windmühle inmitten der Weinberge benannt. Ein Moulin-à-Vent ist in der Regel ausgesprochen lagerfähig - bis zu 10 Jahren. Mit zunehmendem Alter kann er einem Burgunder sehr ähnlich werden. Er ist rubinrot, mit vielfältigen Farbreflexen und im Gaumen samtig. Oft begleitet ihn der Duft voll erblühter Rosen und von frischen Himbeeren.

Die 670 Hektar dieser Appellation befinden sich in den Gemeinden Chénas und Romanèche-Thorins. Es sind manganreiche Granitböden. Das Gebiet des Moulin-à-Vent wurde schon 1924 genau festgelegt. Moulin-à-Vent war somit der erste offiziell anerkannte Cru.

Jetzt lockt wieder der Garten und ich bin sicher, dass ich für Sie in den nächsten Monaten einige der anderen Crus in dieser Rubrik einstellen werde. Aber es werden sich auch einige große Rieslinge in dieser Reihe wiederfinden. Denn das Werk “Moulin-à-Vent“ ist ein

Artobjekt aus der Mana Binz Kollektion “The Wine Feeling – Feeling of joy“

Hier an der Mosel dreht sich alles um den großartigen Riesling, der in geselliger Runde auch im sommerlichen Garten seinen ureigenen Charme verbreitet. Dieses Riesling Feeling folgt daher bald und ich wünsche meinen Lesern, Kunst- und Weinfreunden: Feeling of joy!








ARTECELLI
das Kunst- und Kulturprojekt




ARTECELLI – das fahrende Kunstwerk der Erinnerung von Mana Binz steht derzeit vor der Projekthalle von Mana Binz in 54470 Lieser, Paulsstrasse 96. Wer etwas hineingeben möchte, kann dies jetzt an jedem ersten Dienstag im Monat von 14.00 h bis 17.00 h direkt bei der Künstlerin dort abgeben.



INFO:

>> » Projekt "ARTECELLI" aktuell [84 KB]
>> » Das ARTECELLI-PROJEKT





Werk des Monats März 2012

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DIE LIEBESZELLLE
des Kunst- und Kulturprojektes ARTECELLI
Ein Blick in Erinnerungen






“Denn d a s ist Schuld, wenn irgendeines Schuld ist: die Freiheit eines Lieben nicht vermehren um alle Freiheit, die man in sich aufbringt. Wir haben, wo wir lieben, ja nur dies: einander lassen; denn dass wir uns halten, das fällt uns leicht und ist nicht erst zu lernen.“

Rainer Maria Rilke, Requiem (1908) “Für eine Freundin“




ARTECELLI ist das interaktive Kunst- und Kulturprojekt von Mana Binz für Europa. Seit 2007 ist ARTECELLI in Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg auf Reisen. Das Kunst- und Kulturprojekt mit eigenem Fahrwerk sammelt in seinen Stahlzellen Erinnerungsdinge von Menschen von der Geburt bis zum Tod. Es ist damit eines der seltenen Kunstprojekte zur Förderung der grenzüberschreitenden Kommunikation.

Derzeit werden die sieben Zellen des ARTECELLI restauriert. Danach geht es zum TÜV und ARTECELLI darf wieder verreisen. Wir suchen noch weitere Städtepartnerschaften! Wann laden Sie Ihre Bürger ein, kleine Gegenstände der persönlichen Erinnerung ins Werk zu integrieren, das Kunstwerk weiterzuentwickeln, von Altem loszulassen, mutig zu werden für Veränderungen und Freiräume für Neues zu schaffen?

In Nancy hatte ARTECELLI einen besonderen Aufenthalt mit Rap and Hip hop! Ein Projekt, wie gemacht für diese quicklebendige Universitätsstadt. Diesem Aufruf folgten Jung und Alt:

<<Mana Binz - Cordiale invitation
Place Vaudémont, Nancy. 2007
ARTECELLI est le projet culturel et artistique interactif de Mana Binz. L’objet artistique monté sur son propre châssis rassemble dans ses cellules d’acier des objets souvenirs de personnes de la Grande Région, aux alentours de Luxembourg, de la naissance à la mort. C’est donc un des rares objets artistiques qui voyage et encourage la communication transfrontalière. C’est à la fin des vacances, juste au bon moment, qu’un jubilé sera fêté à la ville Nancy:
11e étape d’ARTECELLI.
ARTECELLI ouvre à nouveau ses cellules. Venez déposer un petit objet souvenir de votre vie dans la sculpture artistique. Composez l’œuvre avec nous et reliez les souvenirs dans notre région transfrontalière!
Apportez votre bonne humeur, le beau temps et un petit objet de votre vie pour ARTECELLI. Si vous ne pourriez pas venir pour déposer votre objet vous pourriez envoyer votre objet à l’adresse :
Mana Binz
Kulturwerkstatt Paulushof
Paulsstrasse 2 – 12,
D- 54470 Lieser/Bernkastel-Kues>>




>> » DOWNLOAD: INFO ARTECELLI 2012 (PDF) [84 KB]  





Bild des Monats Februar 2012

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SEEROSENTEICH
Dieses Foto ist ein Ausschnitt aus der Mobilen Freske von Mana Binz aus 2002
Dimension/cm: 285 x 285


Seit vielen Jahren setzt sich Mana Binz mit dem Leben und dem Werk des französischen Malers Claude Monet auseinander. Seine Motive, sein Leben, sein Rückzug ins Private, das Überhöhte sowie das Profane, die Bedeutung von Erinnerung in seiner Malerei, seine Reisen, seine Liebe zum Garten, die gezielte Öffnung nach Außen, seine Selbstbezogenheit und der introvertierte Rückzug.

Die Seerosen im “Seerosenteich“ von Mana Binz sitzen jeweils in Farbinseln. Jede Blüte einzeln für sich allein. Wie würde Monet heute leben in Zeiten von Internet und Social Media? Würde er sich noch weiter zurückziehen? Ja – er würde und mit Sicherheit würde er anders malen! Doch wie? Große Weiterentwicklungen setzen so oft Zerstörung voraus.

Eine Annäherung sucht Mana Binz in Ihrer Rauminstallation: “Les Jardins de Memoire – eine Hommage an Claude Monet“. Hier finden wir Interpretationen der Landschafs- und Seerosenbilder weiß übermalt – scheinbar zerstört. Ebenfalls Teil der Installation ist die mobile Freske SEEROSENTEICH – eine Arbeit aus 2002 auf schwerem Baumwollstoff ohne Keilrahmen frei von der Decke hängend und eine Graffiti-Installation mit „Puppenwiegen“ für Schmetterlinge. Leuchtender Mittelpunkt des Raums ist die gläserne Deckeninstallation SUPERNOVA, „der Himmel hinter dem Himmel“ …

Ab Donnerstag der nächsten Woche, also ab 2. Februar 2012, zu sehen in Lieser an der Mosel in der Kulturwerkstatt Paulushof, an jedem Donnerstag der Woche bis Ende März 2012.

AUSSTELLUNG

Mana Binz

Rauminstallation: “Les Jardins de Mémoire – in Memoriam Claude Monet“

Die Hommage an Monet von Mana Binz im alten Kelterhaus der Kulturwerkstatt Paulushof, Paulsstrasse 2-12, 54470 Lieser - Mosel, ist vom 02. Februar bis Ende März an jedem Donnerstag geöffnet von 10.00 – 16.00 Uhr.





DIE GEBURTSZELLE

Aus dem ARTECELLI-Projekt



Mana Binz, ARTECELLI – PROJEKT, 2005 – dato

Das fahrende Kunstwerk wird im neuen Jahr vor meinem Projektatelier „Alte Schmiede“ am Ende der Paulsstrasse in Lieser stehen und dort generalüberholt. Wer Gegenstände seiner persönlichen Erinnerung von der Geburt bis zum Tod integrieren will, kann das in 2012 wieder machen.

Das Atelier hat inzwischen ein neues Dach bekommen. Der Hagelschaden ist soweit beseitigt. Im Januar wird das Atelier auch im Innern wieder auf Vordermann gebracht. Die Interaktion im ARTECELLI-Projekt wird fortgesetzt. Ich freue mich über jeden Gegenstand, der das Kunstwerk weiterentwickelt. Insbesondere freue ich mich über Gegenstände rund um die Geburt eines Menschen.

Auf dem Foto werfen Sie einen Blick in das Innenleben der Geburtszelle – Mit dieser Zelle meines Projektes über Erinnerung habe ich was erlebt! Fester Bestandteil meiner eigenen Erinnerung und Messlatte dafür, was Kunstfreiheit bedeutet.

Kurz: Wegen dieser Zelle musste ich eine Durchsuchung meines Ateliers, meiner Büros, meiner Häuser über mich ergehen lassen. Der Hintergrund waren einpaar Fotos über eine Geburt, die als Erinnerung eines Arztes, also nicht von mir selbst, in das Werk integriert worden waren. Es ging um die Erinnerung eines Arztes an seinen Beruf, die dieser in das Kunstwerk hinein gab. Dem Arzt waren diese Fotos zur freien Veröffentlichung vom Fotografen, dem Ehemann der Gebärenden übergeben und auch von dieser seinerzeit zur Veröffentlichung freigegeben worden.



ARTECELLI Collage

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Keine Identifikation der Personen war möglich, die Fotos waren zudem künstlerisch bearbeitet und übermalt worden. Es ging um den Wert einer Erinnerung, um das Wunder, einer Geburt - niemand erkennbar, kein Gesicht, auch das Gesicht des Kindes nicht, auch nicht das Gesicht der gebärenden Frau! Ich ärgere mich bis heute über einen von mir zu schnell eingegangenen Vergleich, wollte dem Arzt den möglichen Ärger vom Hals halten und den Fortgang des Kunstprojektes nicht gefährden. Die Sache wurde eingestellt. Ich bezahlte meine Anteile der Prozesskosten.

Gerade habe ich eine Notiz über Internet im Kreissaal gelesen, was mir zu denken gibt:

Die Süddeutsche Zeitung http://www.sueddeutsche.de/leben/geburt-in-der-oeffentlichkeit-atmen-pressen-twittern-1.1245069 berichtete unter dem Titel: „Live aus dem Kreißsaal: Immer mehr werdende Eltern dokumentieren intime Details über die Geburt ihres Kindes im Netz, noch bevor es richtig auf der Welt ist.“

Wie harmlos waren da die wundervoll bearbeiteten Fotos in warmen Sepianuancen der Erinnerung an eine Geburt integriert in das ARTECELLI! Die neueren Entwicklungen finde ich fragwürdig. Wer fragt das Kind nach seinen Persönlichkeitsrechten?

Ein neues Jahr wird gerade geboren. Zellen sterben ab – Zellen entstehen. Das hinterlässt Spuren. Auch unsere Lebenswege hinterlassen Spuren. Alles bleibt im Fluss – im Fluss von Zeit und Veränderung. Nichts steht still. Nicht solange wir leben. Auch die Entwicklungen in der Kommunikation gehen weiter. Ich gestatte mir die Bemerkung: Bewahre Dir den freien Geist, Deine Urteilskraft. Schätze die Vorteile einer weltweiten Vernetzung. Verletze Deine Intimsphäre nicht, erst recht nicht die anderer Menschen und seinen diese noch so klein, wie eben unsere Kinder. Und verbringe Deine kostbare Zeit nicht nur im Internet. Gehe Wege, unbekannte, neue, immer wieder neue Wege, auch die holprigen. Denke mitunter quer. Oft sind es schwierige Wege, die zu großer Schönheit, zu Überraschendem, zu Atemberaubendem, zu den Sternen führen!

Ich wünsche Dir, Euch allen ein spannendes, kunstvolles neues Jahr!

Viel Glück auf den individuellen Wegen. PER ASPERA  AD ASTRA.

Mana Binz



ARTECELLI Collage

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Einerseits sollte „Saturno“ – der gefallene Engel , also der kleine Glasteufel, der auch bei der vorweihnachtlichen Ausstellung am » 10. Dezember, gezeigt wird, Bild des Monats sein. Er ist der gestürzte starke Bruder der Engelwelten. Ohne ihn lassen sich Engel kaum definieren.  




Andererseits bin ich glücklich, dass ich trotz aller schlimmen Umstände, die das » Hagelunwetter hinterlassen hat, dennoch die Supernova fertig bekomme. Sie wird ebenfalls am 10. Dezember hier im Paulushof zu sehen sein. Derzeit ringe ich noch arg mit dem Beleuchtungskonzept – das ursprüngliche Konzept habe ich verworfen.  




Am meisten innerlich zufrieden stimmt mich aber ein gewonnener Kampf - allen Widrigkeiten zum Trotz ist soeben die 41igste und 42igste Glasstele des Projektes » Welten im Wein in den Ofen gegangen. Sie setzt sich mit dem Wetter im Weinberg auseinander: Der Wein als das Spiegelbild der Natur und jahreszeitlichen Wetter. Ein ganzes Wetterjahr eingefangen in einem Jahrgang!  



Daher möchte ich diesen Spannungsbogen des künstlerischen Lebens selbst zum Bild des Monats machen.

Drei Fotos überlagert, verbunden…





Der Erzengel Gabriel ist der neue Mana Binz - Jahresengel 2011; ein Lichtwesen der Verkündigung, der Auferstehung und der Gnade. Sein Name bedeutet aus dem hebräischen abgeleitet „Gottes Held“. Im alten Testament richtet Gabriel den gestürzten Daniel auf und prophezeit ihm die Ankunft des Messias. In der katholischen Kirche ist er der Verkündigungsengel. Er überbringt an Maria die frohe Botschaft von der bevorstehenden Geburt des Gottessohnes. Zacharias verkündigt er die Geburt von Johannes dem Täufer, Joseph erscheint er im Traum und den Hirten auf dem Felde zur Heiligen Nacht.

Auch im Islam hat Gabriel eine herausragende Bedeutung. Nach sunnitischer Auffassung ist er der Geist der Heiligkeit und nach schiitischer der Geist der Verläßlichkeit. Auch hier ist er ein Offenbarungs- und Verkündigungsengel, denn er übermittelt dem Propheten Mohammed die Verse des Koran und soll ihm die erste Sure diktiert haben.

Im jüdischen Talmud gilt Gabriel als der zweithöchste Engelsfürst. Er zeichnet das Urteil Gottes auf und vermittelt es den Menschen. Er soll Israel schützen und verteidigen.

Gabriel ist ein Engel, der offenbar die Grenzen von Religionsgemeinschaften überwindet. In diesem Kontext verwundert es nicht, daß dieser Engel auch die Welt der Emotionen und das Unterbewußtsein beeinflussen und beherrschen soll. Auch soll er über das Wasser regieren. Seine Farbe ist das Blau in allen Nuancen. Blau ist eine kalte Farbe, aber Blau ist auch die Farbe des Himmels und die Reflexion des Himmelblaus im Wasser.
Blau symbolisiert Ferne ebenso wie die Sehnsucht nach Harmonie und Klarheit. Im Judentum steht Blau für die göttliche Offenbarung, was im blauen Davidstern der israelischen Flagge zum Ausdruck kommt.

Im katholischen Glauben ist der Mantel Marias fast immer blau dargestellt und daher gilt Blau neben dem Weiß der Madonnenlilie als Marienfarbe: „Maria breit den Mantel aus, mach Schirm und Schild für uns daraus, lass uns darunter sicher stehn, bis alle Stürm vorübergehn … „ – in diesem Kirchenlied ist das sehnsuchtsvolle Blau verinnerlicht, ohne als Farbe benannt zu sein.

Im christlichen Glauben wird Gabriel zumeist mit dem Symbol der Lilie dargestellt. Doch es scheint logisch, dass er als Überbringer von göttlichen Entscheidungen und Regeln auch mit einer Schriftenrolle, mit einer Posaune und manchmal mit gehobenem Zeigefinger dargestellt wird.

Inzwischen gibt es insgesamt 10 Mana Binz – Engel. Während die ersten 7 Engel schlichte Lichtwesen sind, ist der Zuwachs der Engelsfamilie seit 2009 durch drei starke Engelstypen gekennzeichnet: Raphael, Seraphiel und Gabriel. Möge Gabriel den Menschen in Zeiten vielfältiger Verunsicherungen, zunehmender Beschleunigung und mannigfaltiger Problemthemen eine Orientierung sein. Als Vermittler und Erklärer möge er Mut machen, neue, bessere Wege sowohl individuell wie auch gesellschaftlich zu gehen.

Mana Binz hat – auch im Hinblick auf das Hagelunwetter, das im August dieses Jahres im Paulushof und in der Projekthalle schwere Schäden verursacht hat - für die diesjährige Ausstellung den Arbeitstitel „Wenn Weiß Wild wird“ gewählt. Gabriel paßt in dieses Thema, bei dem es um die Begrenztheit unserer Zeit, um bewusstes Wahrnehmen von Zeit, um Veränderung im Mikro- und Makrokosmos geht.

Der Erzengel Gabriel ist zu erwerben bei der Jahresausstellung
von Mana Binz
am Samstag, 10. Dezember 2011
von 14.00 bis 20.00 Uhr
Kulturwerkstatt Paulushof
Paulsstrasse 2 – 10
54470 Lieser bei Bernkastel-Kues







Bild ds Monats Oktober 2011

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SUPERNOVA
(noch im Entstehungsprozess...)


Die Arbeiten an der SUPERNOVA laufen trotz der schwierigen Begleitumstände „im Plan“.

Künstlerisch unbeirrt ist es mir gelungen inzwischen das gesamte Glas für diese Deckeninstallation herzustellen. Bis Ende Oktober wird jetzt die Verformung der 256 Einzelteile fortgesetzt und ich bin sicher, dass diese Installation der Kern der diesjährigen Mana Binz Jahresausstellung am 10. Dezember 2011 im Paulushof in Lieser sein wird.

Hier sehen Sie das Werk auf braunem Konstruktionspapier auf den Boden ausgebreitet. Einige der Einzelteile haben bereits die Wellenform gefunden. Am 10. Dezember 2011 wird diese SUPERNOVA von Mana Binz als leuchtende Deckeninstallation zu sehen sein. Persönlich verbinde ich hiermit auch die Hoffnung, dass es uns gelingt, bis zu diesem Termin auch die durch das Unwetter zerstörten Dächer wieder hergestellt zu haben. Aus den widrigen Umständen ist etwas so Einmaliges geboren worden, dass ich diesen Entstehungsprozess zum „Werk des Monats“ Oktober 2011 erkläre.

>>mehr Bilder im » BLOG



Bild ds Monats September 2011

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Ich möchte dieses mal kein einzelnes Werk herausstellen. Vielleicht hat gerade dieses Bild des Monats September 2011 eine ermutigende Aussage für all die Menschen und Winzer, die jetzt durch die Unwetter hart getroffen sind.

Im größten Chaos sieht der Mensch vor lauter Bäumen oft den Wald nicht mehr. Oder er zieht sich durch eigenes Gejammer noch zusätzlich runter. Als das Hallendach am Freitag, 26. August 2011 durch das Hagelunwetter zerstört wurde, durchzuckte mich im schlimmsten Moment ein warmes Glücksgefühl:

Es grenzt an ein Wunder! Alle 40 gläsernen Stelen meines Kunst- und Kulturprojektes WELTEN IM WEIN sind unbeschädigt geblieben. Ich konnte sie heil in Sicherheit bringen.

Gestern erreichte mich die kleine Nachricht von einem lieben Menschen: „Wer immer für das Wetter verantwortlich ist, er scheint deine Kunst zu lieben.“ Das ist die richtige Blickrichtung!

Ja - es reicht oftmals ein Wechsel der Blickrichtung, um klar zu sehen. Das Projekt WELTEN IM WEIN, das auf 77 Glasstelen angelegt ist, alle mit dem Symbol der vertikal durchschnittenen Flasche, wird fortgesetzt. Der Wein ergießt sich in die Welt und die Welt kommt in die Flasche…

Soeben habe ich den Entwurf für das Stelenpaar 41 und 42 fertig gestellt. Thema: Das Ringen des Winzers mit den Urgewalten der Natur und die Freude über eine gute Ernte.

Hier eine Gruppe der Stelen nach der Sicherungsmaßnahme. Für mich auch als ungeordneter Haufen eine kraftvolle Impression.

Mehr auch im Blog und in Termine.



Metamorphose I Metamorphose II


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METAMORPHOSE I & II




Hier das Bild des Monats August 2011. Es sind diesmal zwei Bilder:

1. Titel: Metamorphose I, Mana Binz, 2003, Dimension: 40 x 50 cm, Material: Mixed media including crushed glass,Werksverzeichnis 2003/Nr. 1

2. Titel: Metamorphose II, Mana Binz, 2003, Dimension: 40 x 50 cm, Material: Mixed media including crushed glass,Werksverzeichnis 2003/Nr. 2

Diese beiden Bilder sind die ersten, die ich in dieser Technik gemalt habe. Ich habe zerstoßenes Glas eingearbeitet. Hierdurch wird die Metamorphose der Erde, des Sandes, durch das Feuer in das lichtvolle Glas ausgedrückt. Eine Metamorphose hin zu neuer Schönheit, so wie die von der Larve in einen wunderschönen Schmetterling. Alles war schon angelegt und so wird das vermeintlich Hässliche relativiert. Wandlungen, Verwandlungen machen Veränderung sichtbar und lassen uns hoffen. Auch auf eine bessere Welt.

Diese Bilder begleiteten mich über viele Jahre in meinem eigenen Arbeitszimmer als Hoffnungsträger. Daher passen sie zu einem ganz besonderen Projekt, das Kindern Fenster öffnet und ihnen neue Chancen gibt. Für viele Kinder wird im wahrsten Wortsinne erstmals das Fenster geöffnet!

Seit fast 25 Jahren arbeitet Frau Elke Boné-Leis ehrenamtlich für den Kinderschutzbund Trier-Saarburg e.V. Viele große Projekte/Hilfsangebote konnte sie in der Region vor Ort für unsere Kinder in Not organisieren und erfolgreich initiieren. So ist auch "Meine Burg - ein Haus, ein Traum und tausend Chancen" wahr geworden mit dem eigenen Haus, in dem vielen Kindern geholfen werden kann, die so dringend unser aller Hilfe brauchen.

Eine große Kunstauktion steht nunmehr auf dem Programm. Am Sonntag, 16. Oktober 2011 werden viele wundervolle Bilder von namhaften Künstlern zugunsten dieser guten Sache versteigert. Auch meine beiden Metamorphosen.

Genaueres zur Auktion unter:
» http://www.betterplace.org/de/projects/6706-kunstauktion-fur-meine-burg?public=1

Hier finden Sie die Fotos der zur Versteigerung anstehenden Werke.

Die Blogeinträge von Frau Elke Boné-Leis, die für Ihren unermüdlichen Einsatz mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde, weisen auf den bisherigen Verlauf hin.

Bitte unterstützen Sie diese gute Sache mit Ihrer Spende. Ihre Hilfe kommt hier konkret in der Region vor Ort sichtbar an!

Unter » www.kibu-foerdern.de erhalten Sie weitere Infos.

Weitere wichtige Termine des Kinderschutzbundes:

>>17.09.2011 - 19.30 Uhr SADE DESIGN TRIER "Die stille Auktion" (» www.sadedesign.de)

>>08.10.2011 - 18.00 Uhr POINT STORE TRIER "Präsentation der Kunst-Schatz-Kiste" (» www.point-trier.de)

Geben Sie Ihre große Hand den kleinen Händen.

Wieviel Wahrheit enthält dieser schichte Bibelsatz:
Geben ist seliger denn nehmen.

Erfreuen Sie sich an dem was Sie verschenken, öffnen Sie ein Fenster für Kinder, deren Welt sonst dunkel bleibt.

Von Herzen, Ihre Mana Binz




WERDEN ZERSTÖREN WERDEN

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WERDEN - ZERSTÖREN - WERDEN

Ich denke gerne an meine wunderbare Ausstellung in herrlichen Schmetterlingsgarten in Bendorf -Sayn zurück. Ein ganz besonderer Ort....


Kreislauf

Frühlingsblau
Es schlüpft ein Schmetterling
Er will es allen zeigen

Sommergrün
Es lacht ein Schmetterling
Er will partout nicht schweigen

Herbstrot
Es tanzt ein Schmetterling
Rund um die süßen Feigen

Winterweiß
Es weint ein Schmetterling
Das Leben will sich neigen

Frühlingsblau
Ein Schwarm von Schmetterlingen
Im Tanz des Ringelreigen…

Mana Binz 2009




Diese Mana Binz Installation ist aus Polyesterharz und Stahl und war bei den Faltern sehr beliebt!!



KOFFER AUF REISEN

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KOFFER AUF REISEN

Veränderung und Bewegung durch Zeit und Raum sind das Thema vieler Kunstwerke von Mana Binz


So auch beim Konzeptkunstwerk ARTECELLI, einer sozialen Skulptur, die mit eigenen Fahrwerk unterwegs ist. Das ARTECELLI sammelt in seinen Stahlzellen menschliche Erinnerungsgegenstände von der Geburt bis zum Tod ein. Diese werden von Menschen hinein gegeben. Seit dem europäische Kulturhauptstadtjahr Luxemburg und Großregion 2007 ist ARTECELLI unterwegs. Mit dem ARTECELLI gehen auch viele alte Koffer auf Reisen.

Ende April 2008 war ARTECELLI in der ehemaligen Glockengießerei Mabilon in Saarburg. Dort ist dieses Kofferfoto entstanden, in einem Zeitpunkt als das Gebäude einer andere Bestimmung übergeben wurde.

Das Projekt KOFFER AUF REISEN hat inzwischen eine weit über Deutschland, Frankreich und Benelux hinausgehende Eigendynamik entwickelt. Jeder Koffer erzählt seine ihm ureigene Geschichte. Erinnerungen und Hoffnungen werden geweckt. Vergangenes und Verlorenes werden spürbar. Fremdes und Vertrautes mischen sich in Gedanken und Gefühlen. Wohin geht die Reise? Woher kommt der Mensch? Was ist im Koffer? Will, darf oder muss der Mensch reisen? Ist er willkommen, gefürchtet oder gar gehasst? Bringt das Reisen Entwicklung oder Gefahr? Schlägt das Herz vor Freude oder aus Angst vor dem Unbekannten?

Mana Binz setzt über 100 Koffer immer wieder in Bewegung und dokumentiert diese Reisen in Fotos: Koffer am Fluss, Koffer in Bahnhöfen, in Häfen, in Gebäuden, in Landschaften, in Flughäfen, in Krisengebieten...

Die Frage nach der Zeit und der Wertigkeit von Erinnerung werden thematisiert. Zeitverschiebung wird durch den Einsatz alter Koffer und die hierzu kontrastierende zeitgemäße Kleidung der Kofferbenutzer visualisiert. Ein von der Künstlerin gern eingesetztes Stilmittel, wie auch die Idee vom Bild im Bild genutzt wird, da die real reisenden Koffer zusätzlich oftmals in großformatigen Fotos abgelichtet werden, die an anderen Orten entstanden sind.

Das Foto unten zeigt die Künstlerin Mana Binz selbst im Flughafen von Seoul mit einer großen Transportkiste zwischen normalen Gepäckstücken.

Auch hier sind die Koffer Symbole für Veränderung, Entwicklung und Identität in Zeit und Raum ebenso wie im individuellen Kontext.

Mana Binz - Flughafen Seoul, Mai 2011







DER KAUF

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WEIN UND EROTIK

Ausschnittvergrösserung einer Glasstelle aus "WELTEN IM WEIN". Verschmolzenes Floatglas, Malerei aus pulverisiertem Glas mit Glas überfangen


>> » Welten im Wein Folder [1.254 KB] (deutsch) 
>> » Worlds in Wine Folder [634 KB] (english)  
>>» UNIVERS DANS LE VIN [341 KB] (french) 



In diesem Monat dreht sich alles für mich um Wein & Art. Ich habe die Ehre, zur großartigen Wine-Art Exhibition in Seoul vom 17. Mai 2011 bis 29. Mai 2011 in der Castle Gallery in Seocho-Gu, Seoul, Südkorea eingeladen zu sein.

Diese Ausstellung ist eine Weltpremiere! Zum ersten Mal erfolgt ein internationaler Künstleraustausch zum Thema Wein und Weinkultur.

Seit einiger Zeit wächst mein Kunst und Kulturprojekt WELTEN IM WEIN. Im Herbst 2009 fing alles an: Intim und seelenvoll sind Herbsttage an der Mosel. Goldenes Licht umspielt die Weinberge. Die Ernte wird eingebracht. Stimmungsvolle Weinfeste in schönen alten Winzerdörfern. Mitten im kleinen Weindorf Lieser, vor Bernkastel-Kues gelegen, wurde ich geboren. Dort habe ich die Kulturwerkstatt Paulushof geschaffen. An einem goldenen Herbsttag entschloss ich mich zu einer künstlerischen Hommage auf die Weinkultur der Mosel. So entstehen seit diesem Herbsttag für das Kunst- und Kulturprojekt “Welten im Wein großformatige Bilder.

In hochformatigen Stelen (230 x 40 cm) spiegelt das Werk die lustvolle, imaginative, visionäre bis halluzinatorische Wirkung des Weins. Bildidee: Die Flaschen sind von oben nach unten durchgeschnitten. So ergießt sich die Flasche in die Welt und zugleich kommt die Welt in die Flasche. Die Vielfalt des Themas Welten im Wein spiegelt sich in den Titeln: “Satyrn und andere Weingötter“, “Auf Wolke Sieben oder im siebten Himmel“, “Berauschte Verwirrungen“, “Beseelt und Beflügelt“, “In Vino Veritas, doch wieviel Wahrheit verträgt der Mensch“, “Sommerwein und Phantasien“, “Ich bin der Weinstock, Ihr die Reben“, “Wahnvorstellungen und Heilsversprechungen“, “Sexus und Gewaltphantasien“, “Der Schöpfung nahe, dem Himmel nahe“ etc…. Der Betrachter ist eingeladen, sich selbst und den eigenen Umgang mit dem Genussmittel Wein zu reflektieren. Doch wer mich kennt weiß, dass ich ganz schlicht jeden einladen möchte, die animierenden Bilder zu genießen wie ein gutes Glas Wein.

Ja! Wine: Worlds in Wine - the art & culture project devoted to the culture of wine...!
Wine for me is colour, is passion, vision, love, sexus, hallucination, dream of the human life, sensory joy, companion in joy - well for the health, however, moderately and full pleasure - not in drunkenness...

So konnte es nicht ausbleiben, dass ich irgendwann in 2010 Chan Jun Park begegnete. Dieser besondere Mensch engagiert sich mit Herzblut und mit großem materiellem Einsatz für die Weinkultur. Durch seine Studien in Deutschland kennt er unsere Kultur und ist ein kluger, genialer Vermittler unserer Kunst- und Weinkultur in Korea.

Seit wir uns kennen hat mein Werk neue Impulse und was gibt es Schöneres für einen Künstler/ eine Künstlerin? Dankbar ist es mir eine Freude jeden Kunst- und Weinfreund mit meinem Werk des Monats herzlich einzuladen, Chan Jun Park kennen zu lernen:

» www.facebook.com/park.chanjun

Wine Columnist
Organizer of Wine-Art Exhibition
Maker of Vin Friends (Wine Accessoires) & Auto-Bookmark

- A thoughtful Gift for Wine Lovers -
» www.vinfriends.co.kr

In mein Werk WELTEN IM WEIN fließt auch Erotik ein. Wein und Erotik sind eine zauberhafte Mariage…Daher dieses Bild des Monats, was inspiriert ist von meinem » Gedicht, das ich Chan Jun Park zum 01. Mai 2011 schenke! Doch bitte kein Irrtum: Dies ist mein Geschenk in die Welt, denn ich bin glücklich verheiratet! Das Werk des Monats Mai ist eine kleine Spiegelung dieser erotischen Komponente des sinnlichen Weingenusses und den habe ich eingeschmolzen in Gemälde und in das Poem…






Dieses Mana Binz Glaskunstobjekt benötigt keinerlei Erklärung.
Es trägt den Titel: Der ultimative Eisprung…





ADMIRATION - Weide meine Lämmer

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ADMIRATION - WEIDE MEINE LÄMMER

ADMIRATION - WEIDE MEINE LÄMMER ist der hintergründige Titel der Glasstele von Mana Binz, Bild des Monats März 2011

Die Stele ist eine gläserne Freske von Mana Binz.

Was ist die Vorderseite, was ist die Rückseite? Farbenprächtig die eine und wie in sanftes Pastell getaucht die andere...

Wer weidet die Lämmer? Wer hält sie zusammen, verhindert, dass diese in die Irre gehen? An wen ergeht dieser Führungsauftrag? An einen, der sich schämt, weil er fehlerhaft gehandelt hatte. An einen, der zuvor ziemlich schräg in die Irre gegangen war. Leugnen, verleugnen, doch nicht die vorangegangenen Fehler vergessen, sondern sich dazu bekennen, ist die Richtschnur zur Bildung von Charakter.

Dreimaliges Nachfragen - liebst Du mich? - dreimal der Auftrag: Weide meine Lämmer, weide meine Schafe, weide meine Schafe.

Einsicht in die Fehler auf der einen Seite und als Reaktion auf die Einsicht das Verstehen auf der anderen Seite: Es ist nicht immer einfach, an vorderster Front zu stehen. Darum ergeht der Führungsauftrag an den Menschen - weiblich/männlich/welchen Namens auch immer - an einen, der seine Schwächen kennt und sich auf dieser Basis weiter entwickelt. Der nicht eitel wird, erst recht nicht, weil er auserwählt wurde.

Führe, halte du alles zusammen. Du hast aus deinen Fehlern gelernt, nun hab Courage, du musst auch nicht alles allein machen. Auch musst Du nicht immer vorangehen, nicht immer perfekt sein…

Warum erinnert mich diese Sentenz des Evangeliums Joh. 21, 1.15-19 an den Satz Otto von Bismarcks der definierte: " Charakter ist Talent minus Eitelkeit", gerade jetzt von Prof. Dr. Dr. Hermann Simon in der März Ausgabe 2011 des Manager Magazins als Qualifikationsmerkmal für Führung zitiert?

Mana Binz im März 2011

Weitere Infos

» Verlängerung der Ausstellung WELTEN IM WEIN in Bernkastel-Kues  
» Die Ausstellung WELTEN IM WEIN 
Das Projekt » WELTEN IM WEIN 






DER KAUF

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DER KAUF

Installation aus vier Glasstelen, Größe/cm: 4 x 34 x 230. Verschmolzenes Floatglas, Malerei aus pulverisiertem Glas mit Glas überfangen

Der Prozess des Kaufens wird an der physischen und psychischen Veränderung des weiblichen Körpers reflektiert. Ein emotionaler Prozess: Begehrlichkeit, Hingabe, Anspannung, Entspannung, um wieder von vorne zu beginnen. Die weibliche Kauflust wird kraftvoll und erotisch als konjunktureller Veränderungsmotor gezeigt.
Vier langbeinige weibliche Wesen mit roten Schuhen - Fragezeichen, Ausrufezeichen, Euro-Zeichen, Punkte. Vier Schritte thematisieren den Kauf:



  • Was will ich? – die unbestimmte Sehnsucht
  • Ich will was! – das Verlangen,
  • Es muss bezahlt werden – Geld wird in Umlauf gebracht,
  • Ich hab's, die rote Tasche, das Ziel der Begierde - Der Kauf hat einen Moment Glücksgefühl geschenkt und sogleich keimt neue Kauflust auf.



„Das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang“ schreibt Rainer Maria Rilke. Mana Binz: „Dieser Satz sollte ergänzt werden - Allein die Gewissheit des Schönen lässt uns das Schreckliche ertragen oder - mit Shakespeare - we are such stuff, dreams are made on.“







Die gläserne Welle: Schweinezyklus

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DIE GLÄSERNE WELLE - SCHWEINEZYKLUS


Mana Binz zum Kunstwerk: "Die gläserne Welle "Schweinezyklus" aus ofenverschmolzenem und ofenverformtem Glas mit glasüberfangener Malerei ist 2008 entstanden. Der Schweinezyklus verdeutlicht für mich recht simpel die Wirkungsmechanismen in der Marktwirtschaft:
Bei hohen Preisen von Schweinen investiert der Schweinebauer und steigert durch Mast und Aufzucht zeitlich verzögert das Angebot an Schweinen. Hierdurch entsteht ein Angebotsüberhang, Der Preis fällt, die erwarteten Gewinne fallen geringer aus. Zudem ist er nicht allein. Auch andere Bauern investieren und verstärken damit die Abwärtsspirale. Die Preise sinken weiter.
Die Selbstregulierung der Märkte ist zeitversetzt. Nur kurze Zeit kann der Bauer sein Betriebsergebnis durch Produktivitätssteigerung halten. Dann reicht es ihm, denn der Gewinn sinkt immer weiter und er entscheidet sich, sein Geld jetzt anders zu investieren. Das machen auch die anderen Schweinebauern, mit dem Ergebnis, das Schweinefleisch wird jetzt wieder knapp und der Marktpreis steigt.
Mit der Welle "Schweinezyklus" verbinde ich persönlich die Hoffnung, dass die freie Marktwirtschaft auch weiterhin als System mit der höchsten Effizienz wertgeschätzt wird, um für alle Menschen Wohlstand zu sichern und zu mehren.
Allerdings meine ich damit eine Marktwirtschaft, ein System, in dem jeder an seinem Platz mit Verantwortung agiert und in dem der Staat kein Selbstbedienungsladen für Zocker wird. Es sind klare Spielregeln nicht Gängelungen zu finden und zu formulieren, die den Konsens der Gesellschaft und das soziale Allgemeinverständnis über Gerechtigkeit widerspiegeln. Diese Regeln sind zu beachten, die Nichteinhaltung ist rigide unter Strafe zu stellen, denn die Marktwirtschaft ist kein Selbstzweck, sondern soll auch in Zukunft die Wirtschaftsform bleiben, die der freien Entfaltung des einzelnen Menschen und dem Wohlergehen der Menschheit gleichermaßen dient.
Das ist mein Wunsch für die Zukunft und für dieses neue Jahr: Verantwortliches Handeln im besten aller Wirtschaftssysteme zur Mehrung von Freiheit und Wohlstand und zur Sicherung des Friedens der Menschheit untereinander."





 L'attende: Eine mobile Freske aus dem Jahr 1999: 20 Jahre Atelier Bruxelles

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L'ATTENDE - DAS WARTEN
MANA BINZ 1999
Drei Damen vereint im gemeinsamen Warten auf dem Balkon der Phantasie des ältesten Gewerbes!

In "Blühende Gärten und Weltenträume" - führt die aktuelle Ausstellung in der Kulturwerkstatt Paulushof in Lieser. Zu sehen sind phantasievoll gemalte Bilder auf Stoff der Malerin Mana Binz. Farbenmächtig und ausdruckstark setzt sich die Künstlerin darin gleichermaßen mit dem Traumland des Märchens wie der Befindlichkeit der gegenwärtigen Welt auseinander. Mit ihren großformatigen bemalten Wandbehängen, bei denen die Künstlerin auf Leinen und schwere Baumwollstoffe malt, hat Mana Binz internationale Beachtung erfahren. Sie stellen eine zentrale Werkgruppe im Werk der Künstlerin dar. Bereits zur Eröffnung waren Besucher aus ganz Deutschland, Luxemburg, Belgien und Frankreich, selbst aus Japan und Korea in den Moselort gekommen. Die Künstlerin Mana Binz betreibt seit 20 Jahren ein Atelier in Brüssel und hat ihren Traum verwirklicht, in Lieser - ihrem Heimatort - einen weiteren Kunstort zu schaffen. Dabei ist aus dem ehemaligen Kelterhaus das Kunst-Ensemble Paulushof entstanden. Die Ausstellung ist noch bis 16.Dezember jeweils am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 12-17.30 Uhr zu sehen. Die festliche Finissage findet am 11. Dezember um 18 Uhr statt. Zum Werk von Mana Binz spricht dabei die Kulturjournalistin Eva-Maria Reuther.



>> » Fotogalerie Vernissage "BLÜHENDE GÄRTEN UND WELTENTRÄUME" am 20.November 2010 
>> Zur Ausstellung "» BLÜHENDE GÄRTEN UND WELTENTRÄUME" 






 Bagdad Garden: Eine mobile Freske aus dem Jahr 2003: 20 Jahre Atelier Bruxelles

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BAGDAD GARDEN
MANA BINZ 2003
mobile Freske, gemalt aus tiefer Betroffenheit!

Sieben Jahre nach dem Beginn des dritten Golfkrieges hat die Auseinandersetzung über Ursache und Wirkung von kriegerischer Aggressionspolitik Nichts an Aktualität verloren. In tiefer Betroffenheit malte ich diese Freske nachdem trotz der Abstimmungsniederlage im UN-Sicherheitsrat und trotz zunehmender Isolierung in der Nacht vom 19. auf den 20. März 2003 der US-amerikanische Präsident G.W. Bush dem Irak den Krieg erklärt hatte.


Die Kriegursachen sind ebenso nebulös wie die Geschichte der hängenden Gärten der Semiramis in Babylon, dem wohl geheimnisvollsten und rätselhaftesten der sieben Weltwunder der Antike.
Wenn es diesen sagenhaften Garten, eine bewässerte Terrassenkonstruktion überhaupt gab, dann lag dieser im Kriegsgebiet des heutigen Irak. Gefunden wurde hierzu - ebenso wie bei die vergeblichen Suche der Waffeninspektoren - so gut wie Nichts…








Werk des Monats Oktober 2010:  WELTEN IM WEIN: Glasstele BERAUSCHTE VERWIRRUNGEN

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WELTEN IM WEIN
Glasstelenpaar
Titel: BERAUSCHTE VERWIRRUNGEN
Künstlerin: Mana Binz

Vom 27.09. bis 04.12.2010 zeigt die Akademie Kues in Zusammenarbeit mit dem Weinkulturellen Zentrum und dem St. Nikolaus-Hospital in Bernkastel-Kues die Ausstellung "Welten im Wein". Die Schau präsentiert eine Werkgruppe aus 40 malerisch gestalteten Glasstelen von Mana Binz. Das Kunst- und Kulturprojekt für die Weinkultur wird hiermit im Zentrum des Rieslingsweins an den drei Standorten in Bernkastel-Kues in der Akademie Kues, im Weinmuseum und in der Vinothek der Öffentlichkeit dargeboten.
Im Wein liegt angeblich Wahrheit, er ist gleichermaßen Freude, Gefahr, Verlockung und Lust. Der Wein tut der Psyche und auch der Gesundheit gut. Im Überfluss genossen, kann er schaden und führt im schlimmsten Fall zu Krankheit und Wahn.

Mana Binz: "Ich möchte in den hochformatigen Bildern aus Glas die förderliche wie zerstörerische Wirkung des Weins auf Bewusstsein und Phantasie spiegeln. Der Betrachter ist einladen, sich selbst und seinen Bezug zum Lebens- und Genussmittel Wein zu hinterfragen. Die beiden Stelen BERAUSCHTE VERWIRRUNGEN sind eine Anspielung an das Doppelsehen nach allzu reichlichen Zuspruch beim Genuss des guten Rebensaftes.

Eben genau dieses Paar erforderte verstärkte Konzentration, die im Rauschzustand wohl doch eher rückläufig ist. Die Flaschenform war zu doppeln und ebenso die Bildsprache, ohne jedoch identisch zu werden. Witzigerweise spielte dieses verflixte Paar beim Einbau in das Metallgestell mit uns: Fast hätten wir es auf den Kopf gestellt. Das Glas haben wir erst nach gelungener Arbeit gehoben! Warum gerade diese Stele danach trachtete, uns selbst zu verwirren? Es scheint Kobolde und Scherzkekse in Dingen zu geben. Warum nicht deren Eigenspiel einfach mal beobachten?

Ein Bild wie geschaffen für den Monat Oktober 2010 - 20 Jahre Deutsche Einheit, 20 Jahre ARTE, viele Jubiläen im meinem eigenen beruflichen und privaten Umfeld."
Berauschte Verwirrungen...



>> Welten im Wein: » Ausstellung und Vernissage



Werk des Monats September 2010:  WELTEN IM WEIN: Stele apollinisch - dionysisch

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WELTEN IM WEIN
Glasstelenpaar
Titel: apollinisch - dionysisch
Künstlerin: Mana Binz

Die Schatten werden länger. Der Spätsommer hat bereits herbstliche Töne und seine eigene Ästhetik. Das Stelenpaar "apollinisch - dionysisch" aus dem Projekt WELTEN IM WEIN der Künstlerin Mana Binz scheint in seinen Grüntönen mit der Jahreszeit zu spielen:

Du sollst dir kein Bild von Gott machen - die göttliche Hand bricht aus einem imaginären Wasser rauschhaft heraus und wie ein schöner Schein erscheint im Grün mimikriert die Vision des jugendlichen Dionysos schwebend über einem Traumboot.

Nicht der wissenschaftliche Mensch ist die Weiterentwicklung des künstlerischen. Das erkannte vor seiner schlimmen geistigen Umnachtung auch Nietzsche: "Die Kunst und nichts als die Kunst! Sie ist die große Ermöglicherin des Lebens, die große Verführerin zum Leben, das große Stimulans des Lebens." Und Ecce homo endet mit dem Ruf "… Dionysos gegen den Gekreuzigten!">



>> Welten im Wein: » Ausstellung und Vernissage



Werk des Monats August 2010:  WELTEN IM WEIN: Stele BEFLÜGELT

Klicken Sie auf das Bild für die Fotogalerie...

WELTEN IM WEIN
Glasstelenpaar
Titel: BESCHWINGT UND BEFLÜGELT
Künstlerin: Mana Binz


Im Kunst- und Kulturprojekt » WELTEN IM WEIN thematisiert Mana Binz die Wirkungen des Weingenusses auf Seele, Geist und Körper. „Es macht richtig Spaß die vielen positiven Wirkungen des Weingenusses zu beleuchten. Weniger erfreulich ist die künstlerische Auseinandersetzung mit den negativen Auswirkungen. Wein als Alkoholdroge - Ich selbst kenne niemanden, der allein durch den Genuss von Wein zum Säufer wurde. Da muss noch mehr dazu kommen…. Genießer und Trinker sind unterschiedliche Charaktere. Dennoch – ein solches Projekt hat alle Facetten zu beleuchten….“

In diesem Bildpaar spiegelt sich: Mir wird so leicht ums Herz. Der Wein beflügelt den Geist, er beschwingt die Gedanken und öffnet spritzig geistige Barrieren. Daher ist der Titel dieses im Juli entstandenen Stelenpaares: Beschwingt und beflügelt

>> » Zum Projekt WELTEN IM WEIN 




Werk des Monats Juli 2010:  WELTEN IM WEIN


WELTEN IM WEIN
Detailansicht aus einer am 01.Juli 2010 geborenen Glasstele
Titel: Beseelt
Künstlerin: Mana Binz




Werk des Monats Juni 2010: DIE ZAHL DREI


DIE ZAHL DREI
Künstlerin: Mana Binz

Beim RITUELLEN ESSEN - LEBEN IM FLUSS spielt die Zahl 3 eine große Rolle. Die Speisefolge ist in drei Gruppen unterteilt mit jeweils 3 x 3 Einzelgerichten, Miniaturen von Geschmacksmemoraten in neu interpretierten Erinnerungsrezepturen…
Warum gerade die Zahl 3 ? Mana Binz fasst es zusammen:

  • Im christlichen Glauben steht Drei für die Einheit von Gottvater, Sohn und heiliger Geist.
  • Drei steht für die Vision von Unendlichkeit, für die Einheit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
  • Bei zwei Personen hat man eine Paarsituation. Drei sind eine Gruppe und führt durch die Aufhebung der Dualität sofort zur Kommunikationsänderung.
  • These - Antithese - Synthese auch für das Denkmodell steht für die Zahl drei.
  • Drei ist die erste Zahl die Anfang, Mitte und Ende hat und die einzige Zahl, die jeweils nur eines dieser Glieder besitzt.
  • Die kleinste Fläche besteht aus drei Punkten. Das kleinste Volumen ist die dreiseitige Pyramide.
  • Familie = Vater + Mutter + Kind
  • Der Mensch ist eine Einheit aus Körper, Seele und Geist.
  • Es gibt sieben Todsünden gegen Mensch und Gesellschaft und drei gegen Gott in den 10 Geboten.
  • Für Juristen - das Prinzip der Gewaltenteilung in Legislative, Exekutive und Judikative .
  • In der Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.
  • Aber auch das Schimpfwort: Du kannst wohl nicht bis drei zählen!
  • Der flotte Dreier…
  • Aller guten Dinge sind drei.
  • Auf dem Teller: Fleisch, Kartoffeln, Gemüse.
  • Die Speisefolge: Vorspeise Hauptgericht, Nachspeise


Die Aufzählung zur Besonderheit der Zahl DREI könnte fortgesetzt werden, denn es gibt noch Viele rund um die Zahl Drei.
Doch jetzt gebe ich den Startschuss in das Festessen im Dreiklang:

Achtung, Fertig, Los!




LEBENSFLUSS - LANDSCHAFT MOSEL
Künstlerin: Mana Binz

Wir schauen hoch in den blau-weißen Wolkengarten Von Mana Binz. Der Garten verläuft parallel zum alten Flußbett der Mosel wie ein Höhenweg. Hier hat die Künstlerin mit einigen der von ihr entworfenen und hergestellten Wasserschalen, die für das Reinigungsritual innerhalb der Genusskunstaktionen im Mai 2010

RITUELLES ESSEN - LEBEN IM FLUSS


vorgesehen sind, eine Spur durch den Garten gezogen. Von der Quelle bis zur Mündung des Lebensflusses durchquert jeder Mensch Raum und Zeit. Spuren hinterlassen, sich Zeit nehmen, um Zeit zu haben, der Zeit die Zeit zu lassen, um Erinnerung zu werden, das ist die Linie quer durch das künstlerische Schaffen von Mana Binz.




Werk des Monats Mai 2010: LEBENSFLUSS - Landschaft Mosel





APRIL
Künstlerin: Mana Binz

Eine gedankliche Reise zum Beginn des Aprils

RITUELLES ESSEN - LEBEN IM FLUSS



Werk des Monats April 2010: DER APRIL VOR DEM GENUSS



April

Sonnentraum und
Winterreisen
Blütendüfte
Frühlingsweisen
Wolkentanz mit
Flügelschlägen
Feuerspiele
Motorsägen.



Schabernack und
Glockenklänge
Freudenscherze
Lockgesänge
Frühlingsblumen
Feuchte Socken
Mädchenduft mit
Wiesenglocken.

Mana Binz 2010

>>
» Zum Ostergruss von Mana Binz im Blog





März 2010
Künstlerin: Mana Binz

Genusskunst

RITUELLES ESSEN - LEBEN IM FLUSS



Werk des Monats März 2010: Genusskunst



Beschreibung

Das Werk des Monats März 2010 gibt einem kleinen Einblick in die Vorbereitungen für die festlichen Essenszeremonien, die im Mai 2010 in der Kulturwerkstatt Paulushof in Lieser stattfinden werden. Das Geheimnis gehört mit zum Ritus. Daher zeigt das schlichte Foto nur ein Gedeck mit einem einzelnen Teller, der rund um die Dessertgänge eingesetzt wird. Ein Testlauf, eine Probeeindeckung, wie es viele in der Vorbereitung der Genusskunstaktion schon gab, der Fastenzeit und der Weinabstinenz angemessen mit leerem Teller. Warum habe ich dieses Foto ausgewählt? Seit vielen Monaten treibt mich dieses Projekt um. Es ist ein heftiges Umtreiben, voller intensiver Arbeit am Zeichentisch, am Brennofen und im Bewusstsein. Weit über 1000 große und kleine rituelle Gefäße aus Glas habe ich entworfen, gezeichnet, selbst hergestellt. Dieser Prozess selbst ist Kunst. Die Kunst setzt sich fort im Fest und wird dennoch mit dem Fest nicht vollendet sein.

Es sind im Wesentlichen drei Themen, die sich in diesem Kunst- und Kulturprojekt verweben:

1. Riten und Rituale sind die Wurzeln der Kunst. Auf diese Ursprünge möchte ich hinweisen. Ein festliches Essen eignet sich hierzu, denn seit Jahrhunderten sind Festessen und Essen zu spirituellen Anlässen mit Ritualen verbunden. Sie heben sich ab von der reinen Notwendigkeit der Nahrungsaufnahme. Zum Lebenserhalt isst und trinkt der Mensch. Doch durch die Alltäglichkeit des Bedürfnisses wird Essen und Trinken immer weniger zelebriert. Bei dieser Aktion mit Wasser, Wein, Brot, Feuer und Erinnerungsrezepturen wird es sakral und lustvoll bacchantisch zugehen. Das ist kein Widerspruch, denn bewusstes Genießen, ist die Basis von Kultur. Schon Johann Wolfgang von Goethe sagt "... kein Genuss ist vorübergehend; denn der Eindruck, den er hinterlässt, ist bleibend…“.

2. Es geht mir auch darum, den fließenden Übergang von Kunst und Design zu thematisieren. Ein Teller ist ein Teller. Er kann benutzt werden, um etwas hinein zu legen. Doch ist jeder Teller, jedes Gefäß das nicht nur angeschaut, sondern auch genutzt werden könnte, bereits deshalb ein Gebrauchsgegenstand? Werden die Stahlskupturen von Richard Serra Gebrauchsgegenstände, wenn jemand in der prallen Sonne ein Ei darauf braten will? Was ist ein Teller in der rituellen Installation eines Essens? Was ist ein Teller kopfüber an die Decke geklebt? Steht es nicht jedem frei, mit Kunst das zu machen, was ihm in den Sinn kommt? Beim Ritual ist Kunst und Kultur allgegenwärtig spürbar. Die geschlossene Gesellschaft, die sich heute um Kunst, Künstler, Kunstmäzene und Kunstkenner gebildet hat, wird geöffnet. Jeder ist ein Künstler. Alte Fragen werden neu aufgeworfen.

3. Das Leben als Kunstwerk – Bewusstsein für Zeit und Raum und die Wertigkeit unserer Handlungen sind die Basis menschlicher Kultur. Immer wenn um dieses Bewusstsein gerungen wird, ist die Vergänglichkeit des Lebens spürbar und die Kostbarkeit der einmaligen Momente in der flüssigen Lebenszeit. Rituale schaffen solche einmaligen Momente, in denen Bewusstsein für Kunst und Kultur erfahrbar wird und Erinnerung entsteht. Kunst entspringt dem verinnerlichten Horizont des Lebens. Es kann nur das sichtbar herauskommen, was im Geist zuvor angekommen ist. Alles ist im Fluss, im Fluss von Zeit und Raum und im Fluss der Erinnerung. In der Aktion rund um den Genuss aller Sinne, von Gaumenfreuden, Augen- und Ohrenschmaus thematisiere ich das Leben am Fluss, das Leben im Fluss, das Leben im Überfluss. In 27 Geschmacksmemoraten werden den Teilnehmern “Erinnerungsrezepturen“ begegnen. Sie sollen Assoziationen an erlebte Genüsse wecken. Das rituelle Essen wird zudem nahe am Fluss stattfinden – auch dies eine uralte Metapher: Der Strom der Zeit.



Installation Scherbenhaufen

Künstlerin: Mana Binz



Werk des Monats: Installation SCHERBENHAUFEN



SPUREN IM SAND

Ein Scherbenhaufen
Der Erinnerung Scherben
Scherben der Erinnerung
Verblasste Erinnerung
Im Spiel der neuen Liebe
Neuer Sand im Getriebe
Spuren der Liebe im Sand

Mana Binz - 2010

P.S: Schön vorsichtig sein. Der Valentinstag fällt in die närrische Zeit....




WELTWASSERPUMPE (1965)
Künstlerin: Mana Binz
Technik: Collage mit Ölkreide
Größe/cm: 62 x 44.



Werk des Monats: Weltwasserpumpe (1965)




Wasser ist Urkraft und Quelle des Lebens. -
Lebenserhaltendes Wassers - Nur durch Wasser können sich die menschlichen Zellen erneuern und gesund erhalten. Dort, wo genug Regen fällt, verdörrt die Ernte nicht. Vom Überfluss verwöhnt, scheinen uns Themen wie die Verknappung des Wassers und dessen Kostbarkeit wenig bewusst zu sein. Die Menschen, die den Kampf um das Überleben und das Wasser täglich führen müssen, sie scheinen uns weit entfernt. Muss es Katastrophen geben, wie jetzt das Erdbeben in Haiti, damit wir endlich wach werden? Ach, wenn wir doch nur wach würden…

Wege finden für nachhaltige Hilfe
- Wir machen ganze Völker und Menschengruppen unselbstständig. Entmündigen viele Menschen hier in unserem Vaterland, inzwischen ebenso, wie die Menschen, die seit Kolonialzeiten ausgeraubt und entmündigt worden sind. Dann ein verheerendes Erdbeben in einem von Armut gebeutelten Land, rund herum Tourismus, die USA vor der Haustür. Katastrophe, Entsetzen, Hilfsbereitschaft – oder? Die Flugzeuge kommen nur nach und nach runter…

Wir wollen helfen. Bei allem Elend: Spendenbereitschaft erst nach nacktem Entsetzen wirft auch die Frage auf, ob “Entferntenliebe“ hierfür ursächlich ist. Ist spontane Spendenbereitschaft wahre Empathie oder wollen wir uns selbst glauben machen, wir seien noch nicht komplett verroht? Wir seien noch fähig, wirklich mitzufühlen? Wenn wir anonym, in der Welt da draußen scheinbar helfen, brauchen wir dann kein Elend um uns herum zu sehen?

Die Menschen brauchen wirklich unsere HilfeEs gibt bei Naturkatastrophen keine Ausreden: Aus aktuellem Anlass brauchen die Menschen auf direkten Wegen schnelle Hilfe, so schwierig dies in der Chaossituation eines korrupten und regierungslosen Landes ohne Infrastruktur zu bewerkstelligen ist. Tote beerdigen, Seuchen verhindern, Verletze behandeln, Medikamente, sauberes Wasser, Lebensmittel – diese Hilfe ist christliche Nächstenliebe.

Echte Hilfe ist Hilfe zur Selbsthilfe - Auch viele andere Menschen in Entwicklungsländern und Menschen um uns herum brauchen echte Hilfe. Sind wir aus Dankbarkeit für unseren Wohlstand bereit, wirksame Wege zu finden, um der anderen Hälfte der Menschheit, die in wasserarmen Gegenden geboren wurden, die ausgebeutet wurden, von der Weltgemeinschaft ausgeschlossen scheinen, die Hand zu reichen? Sind wir bereit, sie zu unterstützen im täglichen Kampf ums Überleben? Echte Hilfe ist Hilfe zur Selbsthilfe. Es ist allerhöchste Zeit, dass wir Wege für wirksame und ehrliche Hilfe finden, um benachteiligte Menschen nachhaltig an unserem Überfluss teilhaben zu lassen. Hilfe zur Selbsthilfe für die Ärmsten der Armen, ebenso wie für die bereits lethargischen Menschen in unserem eigenen Land.

Das Werk des Monats Januar 2010: Hierzu Mana Binz: „Als Kind behütet und bevormundet zugleich hatte ich die WELTWASSERPUMPE 1965 für meinen Vater als Collage geschaffen. Ich wollte ihm zeigen, dass Kunst, so wie ich sie sehe, eine ernsthafte Angelegenheit ist. Begleitende Schulreferate über die Wertigkeit des Wassers rundeten meine verzweifelte jugendliche Überzeugungsarbeit ab. Ich weiß bis heute nicht, ob das Bild jemals im Tiefbauingenieur-Büro meines Vaters hing. An Aktualität hat es in mehr als 40 Jahren nichts eingebüßt…“


DER MANA BINZ JAHRESENGEL 2009



Der Mana Binz-Engel 2009

Mana Binz - Jahrgangsengel 2009.

Das Geheimnis wird gelüftet:

Es ist der Erzengel Raphael, den die Künstlerin Mana Binz für einen flüchtigen Moment eingefangen hat.

Aus irdischem Quarzsand entsprungen, transparent, schwerelos, scheint er in himmlische Sphären aufzusteigen.

Nur 100 Raphael – Engel wird es geben! Jeder ein Individuum in Verschmelzung und Ausführung.

Möge Gott die Seele heilen und Raphael als Schutzpatron den Kranken Heilung und Linderung bringen.

Wir sehen uns am 12. 12. 2009 in der Kulturwerkstatt Paulushof in Lieser!
» Info-Link




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TANZ AUF DER ZUNGE 2

TANZ AUF DER ZUNGE 2 Ecovin 2009
Im Garten stellte die Künstlerin Mana Binz Ihr Kunstwerk “Welten im Wein“ vor. In hochformatigen Bildern aus Glas spiegelt das Werk die imaginative und lustvolle Wirkung des Weingenusses. Das Werk ist das erste nachwachsende Kunstwerk dieser Art. Es wurde als Projekt für die Weinkultur in 2008 begonnen. Die ersten vier Bildfindungen wurden im letzten Jahr auf der Jahrgangspräsentation 2007 von ECOVIN gezeigt. Das Kunstwerk soll auf insgesamt 49 Bilder heranwachsen.

>> Weiterführender Link: » WELTEN IM WEIN


So viele Bilder gehen mir hierzu durch den Kopf. Sommerphantasien und mehr. Doch sollte es nicht möglich ein, einmal den Schmerz eines Künstlers und sein Ringen um die „gute Arbeit“ zum Bild des Monats zu erklären? Auch das Leben ist nicht aalglatt und die Sinnhaftigkeit von so manchem Ereignis sehen wir oft viel später…

Derzeit arbeite ich für mein großes Glaskunstwerk - eine Lichtinstallation für eine Schule – am letzten Glaselement. Wie locker sich das anhört! Ich arbeite nicht, ich male nicht, es scheint mehr um den Kampf mit Glaubenssymbolen zu gehen. Ich spreche hier von meinem Projekt: “Cusanus 1453 – DE PACE FIDEI“.

Kurz: Bei der Nachricht vom Fall Konstantinopels hatte Cusanus die Vision vom Frieden im Glauben durch Änderung der Blickrichtung. Nicht das Trennende sollte die erste Betrachtungsweise sein, sondern zunächst einmal sollte der innere Blick auf die vorhandenen Gemeinsamkeiten in den Religionen gerichtet werden. Von dieser Vision und seinem Schmerz, das Konstantinopel durch Türken erobert wurde und somit an Mohammedaner gefallen war, berichtet er selbst in seiner Schrift „De pace fidei“.

Meine Bildfindung handelt von dieser Vision, die nach mehr als einen halben Jahrtausend so brandaktuell ist wie nie. Die 10 qm dieses Glaskunst – Projektes setzen sich aus 9 einzelnen Glaselementen zusammen. Diese große gläserne Deckeninstallation ist fertig gestellt.
Fast! Sie liegt vollendet auf dem Boden des Ateliers. Sie fasziniert, begeistert, erzählt, lässt nachdenken, sie berührt…

Doch ein Glaselement (ca. 80 x 130 cm) hatte einen thermischen Sprung. Wahrscheinlich wollte ich die Farbe antrocknen, die durch die hohe Luftfeuchtigkeit einfach nicht trocknen wollte. Im Ofen wurde dann ein feiner Haarriss sichtbar. Dieses Glaselement hatte ich bereits zweimal gemalt. Der Brand der anderen Glaselemente für die Deckeninstallation verlief wie geplant: Ein Teil nach dem anderen kam wundervoll aus dem Glasschmelzofen!

Doch zwei der neun Glaselemente arbeiten mit Glaubenssymbolen. Diese beiden Teile der Bildgestaltung verursachten erhebliche Probleme. Eine Platte ist nach dreimaligen Umstellen der Glaubenssymbole und dreimaliger kompletter Neubemalung vor drei Wochen herrlich harmonisch aus dem Ofen gekommen.

Und jetzt sollte man doch glauben dürfen, mit der zweiten Platte ebenfalls mit Glaubenssymbolen klappt es wie zuvor! Farbe, Technik, Positionierung, Brennkurve alles identisch und auch mit den Symbolen hat man beste Erfahrungen gemacht. Doch von Anfang an hatte ich das Gefühl wieder in künstlerischer Demut innehalten zu müssen. Ich habe mich darauf eingestellt, auch das zweite Glaselement mindestens drei Mal malen und fertigen zu müssen.

Im Augenblick bin ich niedergeschlagen, ja – und ich bin irritiert. Soeben konnte ich einen Blick in den über 800° heißen Ofen werfen und konnte erkennen, dass erneut – also jetzt zum dritten Mal - das gemalte Glaselement im Ofen ausgegast hat. Das geht mir näher als ich dachte. Mein Herz rast! So eine Ausgasung sieht aus wie eine große Verbrennung in der Mitte…

Jeder sagt jetzt: Ein Zeichen! Gläubig, doch nicht abergläubig neige ich eher zur Ursachenforschung. Doch WAS??? Sind es vielleicht doch die Symbole? Im Tagtraum sah ich das christliche Symbol näher bei den Naturreligionen: Aus intellektuellen Gründen wollte ich es dort nicht positionieren. Meine Hände schmerzen und mein innerer Buddha schreit auf. Auch meine stoische Gelassenheit ist auf eine harte Probe gestellt. Nur bei den zwei Glaselementen, die religiöse Symbole darstellen, soll es allein technische Gründe geben, warum der Ofen anders funktioniert?

Insgesamt stelle ich diese 2 Platten jetzt 7 Mal her! Das ist magisch, weil nicht logisch zu verstehen. Es geht immer um die Zahl 3 und um die 7, deren Bedeutung vieles sagt. Und es geht um meinen Tagtraum.  Oder war das meine Vision? Ich werde das christliche Symbol so positionieren, wie es mir erschien. Es geht wahrhaftig um ein „heißes Thema“. Um eine Vision, die noch heute revolutionär ist. Es geht um Glauben, auch um den Glauben an eine Vision. Also werde ich dieses Element erneut malen und verschmelzen. Vielleicht werde ich beim siebten Mal mich nicht widersetzen das Zeichen zu verstehen?